SCHAUSPIEL: Schüler führen Shakespeare auf

Am Gymnasium Friedberg in Gossau hat das Theaterspielen eine lange Tradition. Ab heute führt die Theatergruppe Unterm Wellblechdach «Ein Sommernachtstraum» auf.

Laura Widmer
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Schüler des Gymnasiums bei einer ihrer zahlreichen Proben. (Bild: Laura Widmer)

Schüler des Gymnasiums bei einer ihrer zahlreichen Proben. (Bild: Laura Widmer)

Laura Widmer

laura.widmer@tagblatt.ch

Lukas Krejcí beobachtet das Geschehen auf der Bühne aus der ersten Reihe. Der Rektor des Gymnasiums Friedbergs leitet als Regisseur die Produktionen der Theatergruppe Unterm Wellblechdach. Es ist die Woche vor der Premiere und es gibt noch viel zu tun. Einige der Darsteller sind schon vollständig kostümiert, bei anderen blitzen noch die zerlöcherten Jeans unter dem Mantel hervor. Aufgeführt wird dieses Jahr «Ein Sommernachtstraum», eine Komödie von William Shakespeare. Es werde eine klassische Inszenierung, sagt Schüler Lino Rezzonico, der seit sechs Jahren bei allen Produktionen der Theatergruppe als Schauspieler mitwirkt. «Häufig haben wir in den vergangenen Jahren moderne Fassungen gezeigt, ‹Nathan reloaded› beispielsweise.»

Das Theaterspielen hat am 90-jährigen Gymnasium Friedberg Tradition. Alle vier Jahre wird ein Musical gross aufgeführt und im ersten Jahr ist die Teilnahme am Theater an der Maturafeier Pflicht. Manche der Schüler spielen schon seit der Kindheit Theater. Die Aufführung des Stücks von Shakespeare wird seit vergangenem Sommer vorbereitet, häufiger geprobt wird seit den Weihnachtsferien. Schüler Damarin Bartolini sprang im Januar als Lysander für einen ausgestiegenen Schüler ein. «Die Proben sind anstrengend, zusammen mit der Schule war es wohl zu viel für ihn», sagt Bartolini. Die Schüler verbringen in der Woche vor der Aufführung mindestens vier Stunden pro Tag in der alten Kapelle des Gymnasiums. Sie ist Probe- und Aufführungsort zugleich. Da sei es wichtig, dass sich alle untereinander verstehen und die Stimmung gut sei, sind sich die Schüler einig. Viele von ihnen sind jedes Jahr wieder dabei.

«Ihr dürft auf der Bühne alles machen, aber füllt die Rollen hundertprozentig aus», sagt Regisseur Krejcí während der Probe. Er wählt und bearbeitet jeweils die Stücke. Es sei dem Regisseur wichtig, dass die Proben und Aufführungen ernst genommen würden, sagt Lino Rezzonico. Das merke man beispielsweise auch an der Ungeduld, wenn ein Einsatz verpasst werde. In der Woche vor der Aufführung sei ohnehin alles intensiver. «Manchmal habe ich fast das Gefühl, ich wohne in der Schule», sagt Nina Falk. Am Stück, in dessen Mittelpunkt ein Verwirrspiel um die Liebe steht, gefällt der Schülerin die Vielseitigkeit. «Es ist abwechslungsreich und verstrickt», sagt Rezzonico, der Oberon spielt.

Das Beste am Theaterspielen sei aber die Zusammenarbeit in der Gruppe und die Kameradschaft, die sich durch die vielen Proben ergebe, sind sich die Schüler einig. «Mit anderen Leuten wäre es nicht das Gleiche», sagt Falk. «Und ohne Herr Krejcí auch nicht», ergänzt Bartolini. Auf die Aufführung freue er sich, sagt Rezzonico. «Der Applaus macht alle Anstrengungen wett.»

Sechsmal wird das Stück in der Alten Kapelle des Gymnasiums aufgeführt. Erwachsene zahlen 20 Franken Eintritt, Jugendliche 8 Franken.

Aufführungsdaten

Heute Freitag, 19.30 Uhr

Morgen Samstag, 19.30 Uhr

Sonntag, 26. März, 16 Uhr

Freitag, 31. März, 19.30 Uhr

Samstag, 1. April, 19.30 Uhr

Sonntag, 2. April, 16 Uhr

www.friedberg.ch