SCHALTERHALLE: Neues Herzstück für den Hauptbahnhof

Heute wird das neue Reisezentrum im Hauptbahnhof eröffnet. Es befindet sich in der Passage im Westflügel. Die SBB versprechen kürzere Wartezeiten – obwohl weniger Schalter zur Verfügung stehen als bisher.

David Gadze
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Das neue SBB-Reisezentrum verfügt über acht Schalter. Darüber befinden sich die Büros. (Bilder: Benjamin Manser)

Das neue SBB-Reisezentrum verfügt über acht Schalter. Darüber befinden sich die Büros. (Bilder: Benjamin Manser)

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Der nächste Schritt auf dem Weg zum ­erneuerten und ausgebauten St. Galler Hauptbahnhof ist gemacht. Nach der Aufwertung der Personenunterführung West Mitte 2015 und des Bereichs an ihrem südlichen Ende beim Gaiserbahnhof im vergangenen Jahr wird heute das neue SBB-Reisezentrum eröffnet. Die Schalter befinden sich nun in der Passage im Westflügel des Bahnhofgebäudes – 30 Meter weiter westlich als bisher und zentral zwischen der Unterführung West und der Rathausunterführung, die derzeit neu gebaut wird (siehe Zweittext). Ausserdem werden in der Passage heute drei neue Geschäfte – Marionnaud, Kiko Milano und das Café Spettacolo – sowie ein Kiosk eröffnet. Während damit die rund achtmonatigen Bauarbeiten im Westflügel zu Ende gehen, fangen sie im Aufnahmegebäude erst an: Die bisherige Schalterhalle bleibt ab heute geschlossen. Sie wird bis Ende Jahr umgebaut. Dort entstehen weitere Läden und ein direkter Zugang zur Ankunftshalle.

Alle Dienstleistungen an einem Ort

Das grosszügige neue Reisezentrum, das rund 4,8 Millionen Franken gekostet hat, bringe für die Kundinnen und Kunden nebst der neuen Lage weitere Änderungen mit sich, sagte Felix Gemperle, Leiter Vertrieb und Service der Region Säntis-Bodensee, gestern vor den Medien. So ermöglichten die acht offenen Schalter, von denen zwei über eine Sitzbedienung verfügen, eine bessere Gesprächsatmosphäre und eine für beide Seiten angenehmere Beratung. Das Anstehen in der Schlange gehört der Vergangenheit an. Neu kann man im Sitzen warten, bis man an die Reihe kommt. Kundinnen und Kunden müssen, wie beispielsweise an den bisherigen Schaltern für Auslandsreisen oder in grösseren Poststellen, an einem Automaten eine Nummer für die gewünschte Dienstleistung ziehen und sehen an einer der Anzeigen, an welchem Schalter sie bedient werden. Bis auf die Gepäckaufgabe, die neu ins Reisezentrum integriert ist und an zwei der acht Schalter möglich ist, werden alle Dienstleistungen zentral angeboten. Dadurch, dass sich der ganze rückwärtige Bereich mit Büros und einem Aufenthaltsraum für die rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im neugeschaffenen Zwischengeschoss über den Schaltern befindet, habe man mehr Platz für den Kundenbereich gewonnen, sagte Gemperle. In Stosszeiten empfängt zudem ein SBB-Mitarbeiter die Kunden im Eingangsbereich und hilft ihnen bei der Wahl der Beratung oder bei der Bedienung der Billettautomaten.

Das Reisezentrum ist sowohl von der Ladenpassage als auch vom Perron 1 her zugänglich, und zwar über den neuen Warteraum mit Billettautomaten und Bancomaten. Es ist montags bis freitags von 6 bis 21 Uhr sowie samstags und sonntags von 6.30 bis 20 Uhr geöffnet.

Weniger Schalter als bisher

Heute nutzen rund 80000 Reisende täglich den Hauptbahnhof und den Bahnhofplatz. Bis 2030 wird mit einer Zunahme von bis zu 50 Prozent gerechnet. Dennoch haben die SBB mit der Inbetriebnahme des neuen Reisezentrums die Zahl der Schalter von zehn auf acht reduziert, auch jene der gleichzeitig bedienten Schalter wird laut Gemperle um einen zurückgehen. Die Wartezeit werde sich im Vergleich zur bisherigen Si­tuation trotzdem verringern. Denn zum einen ermögliche das neue Nummernsystem eine schnellere und effizientere Abwicklung der Kundenanliegen. So habe es am bisherigen Gepäckschalter oft «Leerzeiten» gegeben. Und zum ­anderen finde gerade bei Billettkäufen immer stärker eine Verlagerung auf die Selbstbedienungskanäle – also die Automaten oder die SBB-App – statt. Ausserdem sei mit dem Ende 2015 erfolgten Rückzug der SBB aus dem Reisebüro­geschäft für Flugreisen, Badeferien und Kreuzfahrten der Bedarf an Schaltern zurückgegangen.

Tag der offenen Tür

Samstag, 10 bis 17 Uhr, im neuen

SBB-Reisezentrum im Bahnhofgebäude;

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