Schals für Südafrika

Die 19jährige Sophie Heé verbindet ihre Maturaarbeit mit einem guten Zweck: Sie verkauft selbst entworfene Schals und spendet den Erlös einer Schule in Südafrika.

Claudia Schmid
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Kantischülerin Sophie Heé hat für ihre Maturaarbeit Schals produziert, deren Verkaufserlös sie spendet. (Bild: Ralph Ribi)

Kantischülerin Sophie Heé hat für ihre Maturaarbeit Schals produziert, deren Verkaufserlös sie spendet. (Bild: Ralph Ribi)

«Eigentlich geht es bei meiner Maturaarbeit um erfolgreiches Marketing. Als ich dazu ein konkretes Thema auswählen musste, kam mir die Idee, das Marketingkonzept mit einem eigenen Wohltätigkeitsprojekt zu kombinieren», erzählt Sophie Heé. Die 19-Jährige besucht in der Kantonsschule am Burggraben die vierte Klasse. Sie entschloss sich, selbst entworfene Schals zu produzieren und zu vermarkten. Den Verkaufserlös wird sie der «Lwaleng Primary School» in Südafrika zukommen lassen.

Eine bessere Zukunft

Auf die südafrikanische Primarschule wurde Sophie Heé durch ihre ältere Schwester Lisa aufmerksam. «Sie besucht die Pädagogische Hochschule in Rorschach. Diese bietet im zweiten Studienjahr ein Austauschprogramm in Südafrika an. Lisa nahm letzten Juni daran teil und hatte die einmalige Chance, für drei Wochen an der Lwaleng Primary School zu unterrichten», erzählt die Kantischülerin.

Die Schule benötige dringend Unterstützung, damit sie den 4 bis 15jährigen Kindern eine bessere Zukunft ermöglichen könne. Einige der Buben und Mädchen seien Waisen, da sie ihre Eltern durch Aids verloren hätten. «Meine Schwester konnte bei ihrem Aufenthalt in Südafrika verlässliche Kontakte knüpfen.» So könne sie sicher sein, dass das Geld sinnvoll investiert werde.

Zeichnungen der Kinder

«Mein Vater besitzt eine Textilfirma und ich selbst bin sehr modeinteressiert. Deshalb war es naheliegend, dass ich Schals produziere», sagt Sophie Heé zur Wahl des Produkts, das sie vermarkten wollte. Das Design der Schals hat sie mit Hilfe der Kinder aus Südafrika selbst entworfen. «Die Kinder haben viele mögliche Muster und Motive gezeichnet. Ich habe die besten von ihnen ausgewählt, eingefärbt und schliesslich in Italien drucken lassen.» Die Schals hätten dadurch einen speziellen Bezug zu den Schulkindern erhalten, denen der Verkaufserlös zugute komme.

Am Ende sind Schals in zwei verschiedenen Farbkombinationen entstanden: weinrot-schwarz und schwarz-weiss. «Ich habe mich für diese Farben entschieden, weil sie jetzt im Trend sind», erzählt die Kantischülerin. Über die speziell für das Projekt gestaltete Homepage können die Schals aus Wolle und Kaschmir für mindestens 85 Franken bestellt werden.

Spass und Knochenarbeit

Im Januar wird Sophie Heé ihre Maturaarbeit beenden. Das Entwerfen der Schals, die Auswahl der Zeichnungen, die Gestaltung der Homepage, die Vermarktung und der Verkauf hätten grossen Spass gemacht, betont sie. Doch stecke auch Knochenarbeit hinter der Maturaarbeit. «Ich muss auf 20 Seiten darüber berichten, wie man ein erfolgreiches Marketingkonzept in Kombination mit einem Wohltätigkeitsprojekt auf die Beine stellt. Bis die Arbeit fertig ist, werde ich noch einige Stunden investieren müssen.»

www.lwaleng-school-project.com

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