Schäfler folgt Albrecht auf Thron

GOSSAU. An der ersten Stadtparlamentssitzung dieses Jahres wurde Ruth Schäfler-Fuchs (FDP) zur höchsten Gossauerin gewählt. Sie übernimmt das Amt von Frank Albrecht (SVP), der lediglich fünf Sitzungen leiten konnte.

Angelina Donati
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Frank Albrecht übergibt der neuen Parlamentspräsidentin Ruth Schäfler Blumen und die traditionelle Kelle. Rechts Stadtschreiber Toni Inauen. (Bild: Ralph Ribi)

Frank Albrecht übergibt der neuen Parlamentspräsidentin Ruth Schäfler Blumen und die traditionelle Kelle. Rechts Stadtschreiber Toni Inauen. (Bild: Ralph Ribi)

Den Ehrenkodex hielten die Gossauer Stadtparlamentarier auch dieses Mal ein. Denn die Wahl des Präsidiums des Parlaments ist reine Formsache und verläuft jeweils geheim. Gar einstimmig wählten die Mitglieder Ruth Schäfler-Fuchs (FDP) als Parlamentspräsidentin und Erwin Sutter (Flig) als Vizepräsident.

Jetzt sei es an der Zeit, den Platz zu räumen und an Ruth Schäfler zu übergeben, sagte Frank Albrecht (SVP), der das Parlament im vergangenen Jahr präsidierte. «Das allgemeine Sesselrücken kann beginnen.» Gemeint sind die zahlreichen Rochaden, die es dieses Jahr in Gossau zu verzeichnen gibt. Im Amtsjahr als höchster Gossauer war es das Ziel von Frank Albrecht, das Parlament in ein besseres Licht zu rücken – was ihm auch, wie er am Dienstag sagte, ein wenig gelungen sei. Auch Anlässe wie jener vom Frauennetz Gossau, das sich mit dem Parlament auseinandersetzte, zeigten das politische Interesse auf. «Nun bin ich gespannt, ob sich zur nächsten Amtsdauer mehr Frauen als Parlamentsmitglieder aufstellen lassen wollen.»

Eine elektronische Sitzung

In den 14 Jahren, in denen das Stadtparlament in Gossau besteht, war die Anzahl Sitzungen noch nie so gering wie im Amtsjahr von Frank Albrecht. Lediglich fünf Sitzungen hatte er zu leiten. Dabei müssten gemäss Webseite der Stadt Gossau «in der Regel neun Sitzungen pro Jahr» stattfinden. Wurden zu Beginn im Jahr 2001 noch acht Sitzungen abgehalten, blieb diese Zahl erst konstant, nahm dann aber stetig ab. Benachteiligt fühlt sich Frank Albrecht nicht, wie er auf Anfrage sagt. Werde die eine Sitzung, die im Oktober per Mail abgehalten wurde, dazugezählt, seien es sechs Sitzungen, die in sein Zuständigkeitsbereich fielen. Bei diesem Geschäft ging es um die Stellenaufstockung bei den Stadtwerken. Der Stadtrat sah darin eine erhöhte Dringlichkeit. «Die Sitzung so abzuhalten, war eine pragmatische Lösung und nur eine Ausnahme», sagt Albrecht.

Die Mischung macht's

Ruth Schäfler, die neue Parlamentspräsidentin, tritt ihr Amt mit grosser Freude und ebenso grossem Respekt an. Das sagte die am Dreikönigstag Gekürte in ihrer Antrittsrede. Sie sehe sich als Brückenbauerin zwischen Bevölkerung und Parlament. Den Mitgliedern überreichte sie ein Biberli und ein Fläschchen Appenzeller Alpenbitter. Zum einen stamme sie aus dem Appenzellerland, zum anderen sehe sie Parallelen bei der Zusammensetzung der Kräuter und jener des Parlaments. «Zusammen ergeben die 42 Kräuter des Alpenbitters eine harmonische Mischung», sagt Ruth Schäfler. «So wie auch wir Parlamentarier uns gut ergänzen.» Schliesslich würden sie alle das Beste für Gossau wollen. Trotz unterschiedlicher Ansichten, solle aber ein respektvoller Umgang gepflegt werden können. «Denn nur so kann es vorwärts gehen.»

Neue Zusammensetzung

Nicht geheim, aber ebenfalls einstimmig wurden an der Sitzung Alois Künzle (SVP) und Marianne Künzle (CVP) als Stimmenzähler für dieses Jahr gewählt. Als neue Mitglieder der Geschäftsprüfungskommission sind Silvia Galli Aepli (FDP), Désirée Baldegger (SVP) und Damian Bühler (Flig) bestimmt worden. Unter dem Vorsitz von Stefan Häseli (CVP) wird eine siebenköpfige Kommission die Frage der Gemeindevereinigung Andwil-Gossau vorberaten.