Schade um die gute Idee

Der Schuss mit der beantragten Verdoppelung der Gasttaxe ging nach hinten los. Das ist schade um die gute Idee, die der Stadtrat und die Standortförderung hatten. Sie wollten die Gasttaxe erhöhen und die Touristen ab 2017 im Gegenzug in der Stadt und bis an den See hinab gratis Bus fahren lassen.

Daniel Wirth
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Der Schuss mit der beantragten Verdoppelung der Gasttaxe ging nach hinten los. Das ist schade um die gute Idee, die der Stadtrat und die Standortförderung hatten. Sie wollten die Gasttaxe erhöhen und die Touristen ab 2017 im Gegenzug in der Stadt und bis an den See hinab gratis Bus fahren lassen. Andere Schweizer Städte mit dem Anspruch, eine Destination für Touristen oder eine Kongressstadt zu sein, kennen so etwas schon seit einigen Jahren.

Dieses Angebot hätte die Konkurrenzfähigkeit St. Gallens im Wettbewerb mit anderen Städten erhöht. Mit der Verdoppelung der Gasttaxe hatten Stadtrat und Standortförderung aber noch etwas anderes im Sinn: Rund 200 000 Franken im Jahr hätten dem Verein St. Gallen-Bodensee Tourismus zufliessen sollen. Das ist gestern bei der Mehrheit des Stadtparlamentes nicht gut angekommen. Wäre ein Aufschlag von 1.50 statt 2.50 Franken beantragt worden – der Antrag wäre wahrscheinlich diskussionslos durchgegangen.

Es ist knapp ein Jahr her, da hat das Stadtparlament um ein Haar eine Kongressstrategie versenkt. Im letzten Moment konnte der Stadtpräsident das Blatt noch wenden, das Parlament entschied mit nur einer Stimme Unterschied auf Rückweisung. Aus dieser Beinahe-Bruchlandung hat der Stadtrat aber nichts gelernt. Er hat nicht erkannt, dass es Parlamentarier gibt – und zwar quer durch alle Lager –, die offensichtlich ein Problem haben mit St. Gallen-Bodensee Tourismus und mit der Standortförderung. Das kam gestern klar zum Ausdruck.