SBB lassen St. Gallen links liegen

Ab dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember planen SBB und DB viermal täglich einen Bus-Shuttle von Zürich nach München. Ohne Halt in St. Gallen. Die SBB begründen dies mit «Fahrplanstabilität».

Daniel Klingenberg
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Trotz SBB-Bus-Shuttle bleibt es für St. Gallen bei vier täglichen Verbindungen nach München. (Bild: Ralph Ribi)

Trotz SBB-Bus-Shuttle bleibt es für St. Gallen bei vier täglichen Verbindungen nach München. (Bild: Ralph Ribi)

SBB und Deutsche Bahn (DB) planen ab dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember viermal täglich eine Busverbindung zwischen Zürich und München. Dies als Ergänzung zu den Zügen auf der Linie Zürich–St. Gallen–München. «So werden wir mit den vier EC-Zügen einen Zweistundentakt Zürich–München haben», sagte ein SBB-Sprecher gegenüber der Ostschweiz am Sonntag. Die Busse werden aber nicht über St. Gallen geführt. «Es wird ein Nonstop-Bus von Zürich nach München ohne Halt in St. Gallen sein.»

Grund dafür, dass St. Gallen nicht bedient wird, sei «die Fahrplanstabilität». Dies, weil jeder Halt mehr Zeit benötige und zudem das Risiko bestehe, dass wegen eines Verkehrsstaus die Fahrzeiten nicht mehr eingehalten werden könnten.

Bei Pro Bahn Schweiz, der Interessenvertretung der ÖV-Kunden, befürchtet man, dass der Busbetrieb die Elektrifizierung der DB-Strecke München–Lindau weiter verzögere. «Wenn erst einmal diese Busse rollen zwischen Zürich und München, wird die DB die Elektrifizierung der Strecke München–Lindau erst recht auf die lange Bank schieben», sagt Pro-Bahn-Präsident Kurt Schreiber.

Die SBB widersprechen dieser Vermutung: «Der Busbetrieb wird für die DB nicht Argument sein, die Elektrifizierung Lindau–München weiter zu verzögern.» Die Strecke Zürich–München habe für SBB und DB grosses Fahrgastpotenzial. Dieses sei nur auf der Schiene zu bewältigen.

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 10. November.

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