SAUEREI: Ein beschämendes Mahnmal

Aus den Augen in den See – nach diesem Motto verfahren auch in der Region Rorschach nicht wenige. Sichtbar wird dies jetzt durch den tiefen Wasserstand, der zutage fördert, was versenkt wurde.

Rudolf Hirtl
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Zwei im See versenkte Einkaufswagen und anderer Unrat aus der Steinacher Bucht. (Bild: Max Eichenberger)

Zwei im See versenkte Einkaufswagen und anderer Unrat aus der Steinacher Bucht. (Bild: Max Eichenberger)

Ein besonders trauriges Beispiel von illegaler Abfallentsorgung und sinnloser Zerstörungswut ist dieser Tage am Seeweg zwischen Steinach und Arbon sichtbar. Zwei grosse Einkaufswagen, gefüllt mit eingesammelten Unrat und Abfall, wirken ebenso beschämend auf Umweltsünder wie Velos und Autoreifen.

Wer von Steinach am Bodenseeufer in Richtung Mündung Alter Rhein spaziert, der bekommt zahlreiche weitere Zeugnisse der Wegwerfgesellschaft serviert. Büchsen, Plastik in allen erdenklichen Formen und selbst eine Autobatterie schimmern unter dem niedrigen Seepegel. Auch weiter unten, für Spaziergänger nicht mehr sichtbar, sind Spuren der «Zivilisation» zu finden. Einmal jährlich, am internationalen Beach-Clean-up-Day, holen Taucher den Unrat vom Bodenseegrund. Hiesige Tauchorganisa­tionen füllen dabei jeweils mit Leichtigkeit ganze Container mit Müll. Eigentlich erstaunlich. Denn insbesondere entlang des Seeufers sind zahlreiche Abfallkörbe aufgestellt. Es gäbe also gar keinen Grund, Flaschen und Dosen in den See zu werfen. Allerdings zeigt der Spaziergang gestern Mittag, dass es von vielen Zeitgenossen nur schon zu viel verlangt ist, Abfall grundsätzlich in die dafür vorgesehenen Behälter zu werden. Pizzaschachteln, Nudelboxen, Kebabpapiere und Büchsen liegen verstreut um den Abfallkorb beim Kornhaus in der Rabatte, der stählerne Behälter selbst ist praktisch leer.

Rudolf Hirtl

rudolf.hirtl@tagblatt.ch