Sauberes Wasser aus der Box

Die Bevölkerung Osttimors leidet unter verschmutztem Trinkwasser. Nun möchte eine Rorschacher Firma helfen.

Henrik Jochum
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Drei Techniker aus Osttimor lernen hierzulande das gesamte Aufbereitungs- und Verpackungssystem. Bild: zVg

Drei Techniker aus Osttimor lernen hierzulande das gesamte Aufbereitungs- und Verpackungssystem. Bild: zVg

Schöne Strände, Touristen und eine atemberaubende Seesicht. Diese Worte beschreiben ein kleines Land nördlich von Australien namens Osttimor. Der Staat ist nach seiner Unabhängigkeit 2002 auf dem Weg zur Stabilität, doch existieren immer noch Missstände. So haben viele Einwohner keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und müssen das ohnehin schon verschmutzte Wasser in kontaminierten Behältern transportieren. Diese enthalten oft Rückstände von Benzin oder Pflanzenschutzmitteln.

Genau dort liegt der Angriffspunkt der Scope Asia AG Switzerland. Die Rorschacher Firma hat sich auf die Unterstützung von Entwicklungsprojekten in diversen Bereichen in Asien spezialisiert. Sie hat sich zusammen mit der Timor Foundation das Ziel gesetzt, der Bevölkerung den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu gewährleisten. Erreichen wollen dies die Verantwortlichen durch Wasseraufbereitungsanlagen von der Firma Trunz aus Steinach und eine spezielle, selbstentwickelte Verpackung. Ihr erstes Projekt in einer Schule mit 4000 Schülern haben sie bereits erfolgreich umgesetzt. «Das Projekt hat sich definitiv bewährt», sagt Lutz Schöllhammer, Verpackungsspezialist der Scope Asia AG Switzerland. «Ohne den ehemaligen Staatspräsidenten und Friedensnobelpreisträger Dr. José Ramos-Horta hätten wir dies jedoch nicht geschafft», sagt er weiter. Das Fazit der Stiftung sei bisher positiv. Über die Kinder könne sie die ansonsten häufig skeptischen Eltern erreichen. Weiterhin arbeiten die Verantwortlichen an sogenannten Watershops in den Städten und Dörfern, um auch unterwegs den Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen.

Bis zu 20 Liter Wasser in Box transportieren

Neben den Wasseraufbereitungsanlagen verfolgt Scope Asia Switzerland ausserdem das Ziel, die Transportgefässe zu verbessern. Dafür hat das Unternehmen eine sogenannte «bag in box»-Verpackung entwickelt. In den umweltfreundlichen Behältern können bis zu 20 Liter Wasser transportiert werden. Zusätzlich zu dem geringen Preis und der Sauberkeit der Container wurde darauf geachtet, dass auch die Bevölkerung sensibilisiert wird. So befinden sich momentan drei Techniker aus Osttimor in Rorschach, die das gesamte Aufbereitungs- und Verpackungssystem in der Praxis erlernen, um es daraufhin in ihrer Heimat betreiben und warten zu können.

Nach der erfolgreichen Installation der ersten Pilotanlage werden bis Ende dieses Jahres zwei weitere Wasseraufbereitungsanlagen sowie Abfüllmaschinen für dieses Verpackungskonzept installiert. Dadurch entstehen in diesem Land weitere Arbeitsplätze, die zusätzlich noch einen humanitären Zweck erfüllen, so die Verantwortlichen.