Satire mit Peter Schneider

SRF3-Hörer kennen sie: «Die andere Presseschau», in der Peter Schneider den Medien mit spitzer Zunge den Spiegel vorhält. Am Freitag kommt er nach Thal.

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Peter Schneider Psychotherapeut, Kolumnist und Medienkritiker (Bild: pd)

Peter Schneider Psychotherapeut, Kolumnist und Medienkritiker (Bild: pd)

THAL. Peter Schneider tritt im Rahmen einer Veranstaltung der Donnerstags-Gesellschaft Thal am Freitag im Ochsensaal auf. Er war schon immer ein tiefgründiger Denker, heisst es in einer Mitteilung der Veranstalter. Bereits mit 15 Jahren gab er als Traumberuf Psychoanalytiker an. Wenn andere Karl May verschlangen, waren seine Jugendhelden Freud und Tucholsky. Ursprünglich wollte er Theaterwissenschaft und Germanistik studieren, dann hat er sich für Philosophie und Literaturwissenschaft entschieden – aber immer im Hinblick darauf, Psychoanalytiker zu werden. Die Psychoanalyse hat ihn am meisten von ihrer kulturwissenschaftlichen Seite interessiert. Heute betreibt er in Zürich eine Praxis als Psychotherapeut und ist als Dozent tätig.

Durch Kolumnen bekannt

«Wer bin ich eigentlich, und wenn ja, wozu?» So lautet ein typischer Titel seiner unzähligen Vorträge und Publikationen. Schneiders Antwort: «Wenn ich das wüsste. Ich habe Mühe, mich identitätsmässig festzulegen. Sagen wir: ein Konglomerat von nicht ganz gleichen Seelen, die zusammen irgendwie etwas ergeben, was manchmal ganz gut zusammenpasst und manchmal nicht.»

Einem breiteren Publikum bekannt ist Schneider vor allem durch seine wöchentlichen Kolumnen und die Rubrik «Leser fragen» im «Tages-Anzeiger» sowie «Die andere Presseschau» auf SRF3, eine tägliche Medienkritik. «Die Politsatire nimmt bei mir den Umweg über den Kommentar am Geschriebenen. Das betreibe ich schon 20 Jahre, und mit der Zeit befällt einen als Grundstimmung ein Überdruss daran, wie besonders in Soft News immer wieder derselbe Käse aufgewärmt und einem hysterisch als neuer Trend angedreht wird. Diese Mischung aus Überdrehtheit und abgegriffenen Floskeln, neuesten Erkenntnissen und Klischees – puh!»

Bissige Kritik

Am satirischen Abend vom 20. Mai im Ochsensaal Thal verbindet Peter Schneider Themen der Philosophie, Religion und Psychologie mit den alltäglichen Unwägbarkeiten. Es werden keine Sitzplatzreservationen gemacht, Abo-Besitzer nehmen gratis teil. Es entstehen Texte ohne Floskeln und Belehrungen. Sie lassen die «alarmierten Experten» und «entsetzten Spezialisten» nie gut aussehen. Seine Kritik ist bissig, polarisiert selten, beleidigt nie eine einzelne Person und ist nie sektiererisch. Er erklärt komplexe Zusammenhänge in einfachen, präzisen Worten und ohne die Welt verbessern zu wollen. Der Satiriker und Kolumnist wird auch aufzeigen, wieso ein begnadeter Tangotänzer nichts von Sport versteht oder Rotwein und Zigarre die persönliche Lebenssituation verbessern. (pd/lim)

Fr., 20. Mai, 20 Uhr, Ochsensaal, Thal, Türöffnung: 19.15 Uhr

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