Satellit testet Buchstadt

Der Verzicht des Kantons St. Gallen auf die neue Bibliothek hinterliess einen Scherbenhaufen. Und Funkstille. Dass Kanton und Stadt nun für eine gemeinsame Nutzung der Hauptpost als Bibliothek wieder zusammensitzen, ist da eine gute Nachricht.

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Der Verzicht des Kantons St. Gallen auf die neue Bibliothek hinterliess einen Scherbenhaufen. Und Funkstille. Dass Kanton und Stadt nun für eine gemeinsame Nutzung der Hauptpost als Bibliothek wieder zusammensitzen, ist da eine gute Nachricht.

Die Vorgehensweise ist aber wenig vertrauensbildend: Schon ist von einem Vadiana-Satelliten in der Hauptpost ab nächstem Jahr die Rede, ohne dies mit der Freihandbibliothek abzusprechen.

Es scheint, als sei Kanton und Stadt der Ernst der Lage nicht klar. Raumnot und Angebotsdefizit der Bibliotheken in der Kantonshauptstadt, die gerne mit «Buchstadt St. Gallen» für sich wirbt, sind dermassen stossend, dass Sonderzüge, Verzetteln der Kräfte und Rücksichtnahme auf persönliche Befindlichkeiten schlichtweg nicht verantwortbar sind. Kommt hinzu, dass die Hauptpost sehr attraktiv ist und es rasch andere Interessenten für die Nutzung gibt.

Soll es eine neue Bibliothek am allseits als ideal gepriesenen Standort geben, sind zwei Voraussetzungen zu erfüllen. Erstens müssen Kanton und Stadt konstruktiv zusammenarbeiten. Zweitens muss wohl das finanzielle Engagement der Stadt höher sein als bisher – was der Stadtpräsident bejaht. Um Kanton und Stadt zu prüfen, wie es mit dem Willen zur Zusammenarbeit steht, ist der geplante Vadiana-Satellit eine gute Gelegenheit. Daniel Klingenberg

daniel.klingenberg@tagblatt.ch