Sarganserländer Netzwerker mit Flair für Afrika

Sepp Dietrich aus Vilters ist trotz seiner 71 Jahre noch immer ein Mann ohne Rast und Ruh.

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Sepp Dietrich aus Vilters ist trotz seiner 71 Jahre noch immer ein Mann ohne Rast und Ruh. Er hat sich ein immenses Beziehungsnetz geschaffen, das er heute sowohl zugunsten von jungen Menschen in der Region und in Afrika sowie seit langem auch von älteren Mitbürgern und Mitbürgerinnen in der Heimat nutzt. Für diese engagiert sich der Gründer und langjährige Präsident der Erwachsenenbildung Sarganserland (EBS) heute beispielsweise bei der ZbW (Zentralstelle für berufliche Weiterbildung).

Ausserdem versucht er zusammen mit Gleichgesinnten und im Kontakt mit anderen Regionen über 50jährigen Sarganserländern neue Perspektiven zu eröffnen. «Es ist kaum zu glauben, auf welch grosse Erfahrungen verzichtet wird, wenn man das Wissen älterer Leute nicht mehr nutzt», stellt Dietrich fest.

Jahrelange Saat, späte Ernte

Der Vater von drei erwachsenen Töchtern ist als jüngstes von sieben Kindern in einer Grenzwächterfamilie im Rheintal aufgewachsen. Als Werkstudent studierte er in Basel, wurde Sportlehrer und wechselte nach Freiburg.

Hier promovierte er 1970 in Deutsch, Geschichte und Psychologie und trat dann als Mittelschullehrer in die Kantonsschule Sargans ein, welcher er während zehn Jahren bis 2001 als Rektor vorstand. 16 Jahre gehörte er dem Kantonsrat an. Als Mitbegründer war er 20 Jahre Präsident der Vereinigung ehemaliger CVP-Kantonsräte. Die militärische Karriere gipfelte im Rang eines Oberstleutnants als Chef Truppeninformationsdienst der Gebirgsdivision 12. Dazu kommen unzählige Kommissionen und Engagements auch über das Sarganserland und den Kanton St.

Gallen hinaus – auch heute noch. Das alles trägt heute für Drittpersonen Früchte.

Dietrich maturierte vor 50 Jahren am damaligen Kollegium Appenzell. «Vier aus unserer Klasse waren später als Kapuzinerpater tätig.» Für deren Projekte sammelten die einstigen Mitschüler jeweils an den Klassentreffen. Das gab den Anstoss, etwas Nachhaltiges zu schaffen.

Dem Wunsch von Pater Gandolf Wild Rechnung tragend, sollten die Bemühungen behinderten Kindern in Tansania zugute kommen.

Vor allem auch den oft verfolgten Albinos. Aus diesen Überlegungen heraus entstand die Schweizer Stiftung Karibu-Kinderhilfe, deren ehrenamtlich tätigem Stiftungsrat auch Sepp Dietrich angehört. Der Name komme einer Einladung gleich, sagt er. «Swahili Karibu» heisst auf Deutsch «willkommen, fühle dich bei uns daheim, gehör zu uns».

Die Stiftung engagiert sich einerseits für ein Waisenhaus mit integrierter Schule für behinderte Kinder südlich des Kilimandscharos. Zurzeit leben hier 225 Buben und Mädchen. Das zweite Projekt ist ein Spital in der gleichen Region, das unter chronischem Geldmangel leidet. Bei beiden Projekten sind Schwestern eines afrikanischen Ordens engagiert.

Geschützte Lernwerkstätte

Um vor allem den Behinderten und Albinos eine Zukunft im Erwachsenenleben zu ermöglichen, soll eine einfache Schulungswerkstatt realisiert werden. Hier sollen in Zusammenarbeit mit einer bestehenden Handwerkerschule einfache Berufe erlernt werden können.

Im vergangenen Jahr wurden einige bauliche Projekte der Karibu-Stiftung von Rotary International finanziell unterstützt, während ein Rotary Club vor Ort die Arbeiten überwacht.

«Generell müssen wir jedoch bei der Geldbeschaffung unser persönliches Beziehungsnetz spielen lassen», erklärt Stiftungsratsmitglied Sepp Dietrich. Daher werde dem Controlling durch periodische Besuche grosse Bedeutung zugemessen. Hansruedi Wieser

Homepage der Stiftung www.karibu-kinderhilfe.ch

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