Sardinien ein Renner – neu auch nach Istrien

ALTENRHEIN. Am Airport St. Gallen-Altenrhein sind nicht nur Business-Leute zu beobachten, die nach Wien jetten, sondern auch Familien, die von dort aus entspannt nach Sardinien oder Elba fliegen, um Ferien am Meer zu geniessen.

Rudolf Hirtl
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ALTENRHEIN. Am Airport St. Gallen-Altenrhein sind nicht nur Business-Leute zu beobachten, die nach Wien jetten, sondern auch Familien, die von dort aus entspannt nach Sardinien oder Elba fliegen, um Ferien am Meer zu geniessen. Der Sonne vom heimischen Airport aus entgegenzufliegen wird denn auch immer beliebter, wie der High-Life-Geschäftsführer bestätigt. «Die Feriengebiete Sardinien und Elba haben sich sehr gut entwickelt. Das zeigt, dass unsere Gäste regional verbunden sind und den bequemen Abflug vor der Haustüre zu schätzen wissen», sagt Michael Nachbaur, der sich bei der Bilanz für 2014 über eine Umsatzsteigerung von 14 Prozent freuen darf. «Die Kapazität für unseren Charterflug nach Sardinien wurde um 35 Prozent erhöht, und wir konnten mit über 500 zusätzlich verkauften Sitzplätzen die geplante Auslastung sogar übertreffen.» Das Reisebüro mit Sitz im vorarlbergischen Götzis und Filiale beim Airport St. Gallen-Altenrhein wird aufgrund der positiven Erfahrungen mit Sardinien und Elba seine Tätigkeit in der Region weiter verstärken.

Neu auch nach Kroatien

«Wir werden dieses Jahr ab Altenrhein als dritte Feriendestination Istrien in Kroatien anfliegen. Für Elba erhöhen wir zudem das Flugkontingent signifikant. Gemeinsam mit dem Airport, der Viennaline und InterSky können wir den Menschen aus der Region allerhöchsten Reisekomfort anbieten», sagt Nachbauer. Für das eben angelaufene Jahr wünscht er sich, dass Kunden und auch hiesige Reisebüros High Life weiterhin die Treue halten, um eine weiterhin gute Auslastung der Ferienflüge zu erreichen.

Billige Tickets um jeden Preis

Nachdenklich äussert sich People's-CEO Armin Unternährer zum abgelaufenen Jahr. Die Medien seien voll von negativen Meldungen zum Thema Aviatik. Regionalflughäfen, kleinere und auch grössere Airlines würden seit Jahren Millionenverluste schreiben. Im Konkurrenzkampf, nein im Kampf ums nackte Überleben sei kein Mittel mehr tabu. Geplante Veränderungen der Kostenstrukturen würden mit Streiks beantwortet, Arbeitsverträge gekündigt. Es scheine nur Verlierer zu geben. Ausser den Fluggästen, denn diese würden sich diebisch über unrealistisch tiefe Preise freuen. «Wenn ich in dieses Haifischbecken blicke, beschleicht mich oft das Gefühl, in einem stillen Teich mit blühenden Seerosen zu schwimmen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer drei Firmen haben auch 2014 einen Net Profit erarbeitet, und darauf bin ich in diesem Umfeld sehr stolz. Das gute Resultat ist die logische Folge der Leidenschaft, der Freude, der Bereitschaft unserer Leute und deren harter Arbeit», so Unternährer, der sich von der Politik keinerlei Unterstützung erhofft. «Dazu sind die Strukturen meist viel zu schwerfällig. Ich erwarte aber, dass uns möglichst wenig Hindernisse in den Weg gestellt werden. Ich trage und akzeptiere die Verantwortung für die Zufriedenheit der Mitarbeiter, die Sicherheit der Arbeitsplätze und das Erarbeiten der Steuergelder. Mit <Handschellen> ist diese Aufgabe aber kaum zu bewältigen.»

Auf die Hoffnungen für 2015 angesprochen, schwingt in den Worten des People's-CEO etwas Sarkasmus mit. «In erster Linie meine Frau, dann aber auch meine Mitarbeiter und den Aktionär glücklich zu machen. Ich könnte es durchaus komplizierter ausdrücken, Erreichen der Marge, Cashflow-Ziele überbieten, Sichern der Liquidität etc., all die Zahlen, Daten und Fakten sind aber, mit Erlaub, nur Werkzeuge, um die Menschen dahinter zu erfreuen.» Bei den Gedanken zu 2015 hält es Unternährer mit dem Schriftsteller Samuel Butler: «Nicht Worte wollen wir lesen, sondern den Menschen hinter den Worten fühlen.» Smartphones, I-Pads und Apps hätten den Menschen und die Gefühle in der Priorität überholt, und das finde er traurig. «Die Instrumente sind wichtiger als die Besitzer geworden.»