Sarah Bösch und "gewisse Unregelmässigkeiten"

WIL. Keine Ruhe um die Wiler SVP-Stadtparlamentarierin Sarah Bösch: Die Zürcher SVP soll die Wiler Ortspartei ausdrücklich vor einer Aufnahme Böschs gewarnt haben. Die Rede ist von "gewissen Unregelmässigkeiten". Bösch hat sich mittlerweile auf Facebook wieder zu Wort gemeldet.

Drucken
Teilen
Die Wiler SVP-Stadtparlamentarierin Sarah Bösch. (Bild: pd)

Die Wiler SVP-Stadtparlamentarierin Sarah Bösch. (Bild: pd)

"Herzlichen Dank für die vielen positiven Nachrichten": Das schrieb die Wiler SVP-Frau Sarah Bösch am Freitagmorgen auf Facebook. Sie verband dies mit dem Hinweis, dass es ihr leider nicht mehr möglich sei, alle Mitteilungen einzeln zu beantworten. Deshalb bedanke sie sich auf diesem Weg für die "erfreuliche, intensive und nachhaltige Unterstützung", schrieb Bösch. Sie steht seit Tagen im Fokus der Medien, nachdem sie auf Facebook während einer Polizeikontrolle die St.Galler Ordnungshüter scharf kritisiert hatte. Wie sich später herausstellte, war Bösch mit über 0,8 Promille am Steuer gesessen.

Wiler SVP-Präsident wurde gewarnt
Auch im Tages-Anzeiger ist wieder Neues über Sarah Bösch zu lesen. Bösch habe vor längerem die Mitgliedschaft bei der SVP des Kantons Zürich beantragt, so die Zeitung. Die Parteileitung lehnte ihren Antrag im Jahr 2013 allerdings ab. Parteisekretär Reinhard Wegelin bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass eine Aufnahme von Bösch wegen "gewisser Unregelmässigkeiten" nicht in Frage gekommen sei. Weiter sagt Wegelin, er habe den Wiler SVP-Präsidenten Klaus Rüdiger Ende Februar telefonisch vor Bösch gewarnt und vor einer Aufnahme in die Partei abgeraten.

Für diverse Ämter kandidiert
Weiter berichtet der Tages-Anzeiger, Sarah Bösch habe sich als Mitglied der SVP Kilchberg vor einigen Jahren sofort engagiert, sei aber mit ihrer Ungeduld angeeckt. Sie habe beispielsweise für den Gemeinde- und den Kantonsrat kandidieren wollen, ohne die parteiinterne Ochsentour absolviert zu haben, schreibt der Tages-Anzeiger.

Die Zeitung berichtet zudem von Problemen um eine Tagesstätte für behinderte Kleinkinder in Wädenswil, für die sich Sarah Bösch seinerzeit engagiert habe. Etliche SVP-Mitglieder und Bekannte hätten Geld dafür gespendet, so der Tages-Anzeiger - nach kurzer Zeit allerdings sei bereits wieder Schluss für das Projekt gewesen. Zuvor soll Bösch der Gemeinde gegenüber erklärt haben, die SVP werde die Kosten von rund 1000 Franken für die Umbaubewilligung zahlen. Später habe sie vergeblich um eine Reduktion der Gebühren ersucht, schreibt die Zeitung. (dwa/ar)

Aktuelle Nachrichten