SANIERUNG: Neuer Glanz fürs alte Depot

Nach der Miliz- ist nun auch die Berufsfeuerwehr dran: Die Stadt möchte das alte Depot an der Notkerstrasse für rund 11,5 Millionen Franken sanieren und vergrössern. Bis 2021 soll das neue Gebäude fertig sein.

Roger Berhalter
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Der Standort bleibt: Das Depot der Berufsfeuerwehr an der Notkerstrasse 44 in der Nähe des Olma-Areals. (Bild: Urs Bucher)

Der Standort bleibt: Das Depot der Berufsfeuerwehr an der Notkerstrasse 44 in der Nähe des Olma-Areals. (Bild: Urs Bucher)

Roger Berhalter

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@tagblatt.ch

Die Stadt nimmt einen neuen ­Anlauf. Schon seit Jahren steht die Sanierung des Feuerwehrdepots an der Notkerstrasse auf der Traktandenliste. Nun ist die Stadt auf der Suche nach einem passenden Architekturbüro, das dem alten Depot neuen Glanz verleiht. Eine erste Begehung vor Ort hat kürzlich stattgefunden. Jetzt haben die Architekten und Planer bis Februar Zeit, ihre Skizzen und Vorschläge einzureichen – und insbesondere die Frage zu beantworten, wie man ein Feuerwehrdepot im laufenden Betrieb sanieren und erweitern kann. Denn im Gegensatz zur Milizfeuerwehr (siehe Kasten) wird es für die Berufsfeuerwehr während des Umbaus kein Provisorium geben.

Pläne für ein neues Depot der Berufsfeuerwehr gibt es schon lange. Schon 2007 gab es einen Architekturwettbewerb, doch blies ihn der Stadtrat wieder ab. Damals war das Projekt «Südspange» aktuell, und das Depot hätte dieser Umfahrungsstrasse weichen müssen. Bis Herbst 2013 ging die Berufsfeuerwehr davon aus, dass sie bald einen Neubau an einem neuen Standort beziehen würde. Doch die «Südspange» kam nicht, und der Stadtrat entschied, dass das Depot an der Notkerstrasse bleibt. «Der Ort des Eingriffs ist gegeben, wir prüfen keine Varianten», sagt Hans­ueli Rechsteiner, Leiter des städtischen Hochbauamts. Schon jetzt sei konkret, welche Funktion das Depot künftig erfüllen soll.

Wasser sickert durchs Dach in die Büros

Ebenso liegen die Mängel auf der Hand. Seit das Depot 1969 bezogen wurde, gab es keine Gesamtsanierung, sondern nur das Dringendste wurde jeweils gemacht. Christian Isler, Kommandant Feuerwehr und Zivilschutz, spricht von reinen «Überbrückungsmassnahmen». Die letzte grössere Sanierung datiert von 2009. Damals wurde für eine knappe Million Franken das Dach abgedichtet, ein Teil der Fenster ausgewechselt und die alten ­Garagentore ersetzt. Doch noch immer gibt es laut Isler «gravierende Mängel». Weil das Dach nach wie vor undicht sei, sickere Wasser in die Büros. Braune Flecken an Böden, Wänden und Decken sowie bröckelnder Verputz zeugen davon. Auch der Keller, wo die Stadtwerke ein Materiallager betreiben, ist feucht. Schon seit Ende der 1960er-Jahre tröpfelt dort laut Isler Wasser durch die Gebäudehülle. Das Gebäude sei zudem nicht erdbebensicher.

Die Feuerwehr hat auch Platznot, deshalb wird das Depot erstens aufgestockt und zweitens Richtung Süden um acht Meter vergrössert. In den vergangenen Jahren sind laut Christian Isler immer mehr Mitarbeiter und Büros in das Haus eingezogen. Heute seien die Schulungsräume zu klein und die engen Büros im oberen Stock nur «knapp zumutbar». Auch ausreichende, nach Geschlechtern getrennte WCs, Duschen und Aufenthaltsräume fehlen. «Wir sind derzeit nicht in der Lage, Frauen einzustellen.» Einige Räume werden umfunktioniert: So dient der ehemalige Schlauchturm künftig als Hochregallager, und anstelle der Wohnungen im oberen Stock werden nebst Büros und Schulungsräumen auch Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste oder für den Bereitschaftsoffizier geschaffen.

Baubeginn im Jahr 2019

Für die Sanierung des Depots sind 11,5 Millionen Franken in der städtischen Investitionsplanung vorgesehen. Bis im Frühling soll klar sein, welches Architekturbüro die Sanierung übernimmt und ein Projekt ausarbeitet. Im Jahr 2019 sollen die Bauarbeiten beginnen, und bis 2021 soll das neue Feuerwehrdepot fertig sein.