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SANIERUNG: Eine neue Perspektive für das Klubhaus

Um den Fortbestand des Spanischen Klubhauses für die nächsten 15 bis 20 Jahre zu sichern, will es die Stadt für rund 1,8 Millionen Franken sanieren. Ob es auch darüber hinaus eine Zukunft hat, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
David Gadze
Am Spanischen Klubhaus hat der Zahn der Zeit deutlich sichtbar genagt. (Bild: Urs Bucher)

Am Spanischen Klubhaus hat der Zahn der Zeit deutlich sichtbar genagt. (Bild: Urs Bucher)

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Noch vor nicht allzu langer Zeit schien das Ende des Spanischen Klubhauses besiegelt. Dem historischen Gebäude an der Ecke Klubhaus- und Lagerstrasse, das drei Familienausgleichskassen im September 2013 gekauft hatten, drohte der Abriss für einen Büroneubau. Und selbst als die Stadt im März 2015 das Klubhaus von den Ausgleichskassen übernahm, war sein Fortbestand mehr als in Frage gestellt. Nun ist seine Zukunft gesichert – zumindest für die nächsten 15 bis 20 Jahre.

Wie die Stadt gestern im Klubhaus vor den Medien bekannt gab, will sie das 1889 errichtete Gebäude für rund 1,8 Millionen Franken sanieren. Und dies ist dringend nötig, wenn der Betrieb des «Hogar Español» auch nur kurzfristig aufrecht erhalten werden soll. Denn das kantonale Lebensmittelinspektorat hat aus hygienetechnischen Gründen angekündigt, die Betriebsbewilligung nicht mehr zu verlängern. Die Küche im Untergeschoss genügt den Anforderungen nicht mehr und muss komplett ersetzt werden. Auch die Gebäudehülle ist in schlechtem Zustand: das Dach ist undicht, die Fassade bröckelt, das Mauerwerk ist rissig. Die Sanierung soll etwa ein halbes Jahr dauern. Sagt das Stadtparlament Ja zum Kredit, wird das Klubhaus in der zweiten Jahreshälfte in Stand gestellt. Während dieser Zeit muss es geschlossen werden.

Stadt macht «das Minimum», um den Betrieb zu sichern

In der Testplanung für das Areal Hauptbahnhof Nord von 2016 sprachen die vier beteiligten Planungsbüros dem Klubhaus «identitätsstiftende» Wirkung zu und regten seinen Erhalt an. In einer Sozialraumanalyse der Fachhochschule St. Gallen hatte sich zuvor auch die Bevölkerung dafür ausgesprochen. «Wir machen das Minimum, um den Betrieb für die nächsten Jahre zu ermöglichen», sagte Stadträtin Maria Pappa gestern.

Dass die Sanierung den Fortbestand bloss für die nächsten 15 bis 20 Jahre sichern soll, hat einen einfachen Grund: Wie die Baudirektorin gestern erläuterte, befindet sich die Stadt nach wie vor in Gesprächen mit dem Kanton und anderen Grundeigentümern im Areal Hauptbahnhof Nord, um dessen weitere Entwicklung zu klären. Abhängig davon, welche baulichen Veränderungen insbesondere im Bereich des oberirdischen Parkplatzes zwischen Fachhochschulzentrum und Lokremise – also direkt gegenüber des Klubhauses – mittelfristig ins Auge gefasst werden, müsse auch das Klubhaus erneut zur Disposition gestellt werden. «Eine Totalsanierung, die den Fortbestand für die nächsten 40 bis 50 Jahre sichern würde, würde rund 4,5 Millionen Franken kosten. Wir wollen uns jedoch nicht dem Vorwurf aussetzen, das Geld aus dem Fenster geworfen zu haben, falls wir das Klubhaus in 15 Jahren doch abbrechen», sagte Pappa.

Der Mietzins wird mehr als verdoppelt

Mit der Sanierung würden Gebäudehülle und Statik für die nächsten 15 Jahre gesichert, sagte Stadtbaumeister Hansueli Rechsteiner. «Das bedeutet, dass wir am zweiten Tag nach der Wiedereröffnung allenfalls wieder hier sein müssen, um etwas zu reparieren.» Änderungen an der Bausubstanz werde es aus ästhetischen Gründen nicht geben. «Der Hogar bleibt der Hogar.» Und doch wirkt sich die Sanierung aus: Die Stadt erhöht den Mietzins an den Verein Hogar Español. Dieser bezahlt derzeit knapp 53'000 Franken pro Jahr. Künftig beträgt die Miete 88'931 Franken. Hinzu kommt während der nächsten zehn Jahre ein jährlicher Baubeitrag von 23'211 Franken. Die Kosten bis 2028 werden für den Verein also mehr als verdoppelt. Der Betrieb werde aber genauso weitergeführt wie bisher, versprach Vereinspräsident Alberto Gomez. Das Essensangebot und die Preise bleiben unverändert – «und die besondere Atmosphäre».

Dennoch planen die Verantwortlichen des «Hogar Español» einige Anpassungen, um die zusätzlich anfallenden Kosten zu decken: So ist vorgesehen, das Klubhaus künftig auch über Mittag zu öffnen. Ein Anliegen ist es den Verantwortlichen des Klubhauses, auch für die Jüngeren wieder attraktiver zu werden. Deshalb spielen sie beispielsweise mit der Idee, die Kegelbahn in einem der beiden Flügel neben dem Esssaal – die einzige von ursprünglich vier, die noch erhalten ist – wieder in Betrieb zu nehmen. Ein Kinderzimmer sei ebenfalls ein Thema, sagte Gomez.

Ein weiterer Teil des Geldes, das der Verein künftig zusätzlich zahlt, kommt aus dem Verkauf der Anteilscheine an der ehemaligen Genossenschaft Spanisches Klubhaus, der das Gebäude von 2002 bis 2013 gehörte. Die Spanier wollen gemäss Alberto Gomez damit zu einer Lösung beitragen. «Wir sind schon fast 40 Jahre hier und wollen das auch künftig bleiben.»

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