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«Sanieren, aber nicht vergolden»

WALDKIRCH. Die SVP Waldkirch-Bernhardzell hat ihre Parole zur Neugestaltung des Waldkircher Dorfkerns gefasst. Sie sagt Ja zum Projekt – mit einem Vorbehalt: Am Bodenbelag soll gespart werden.
Linda Müntener

Rund 930 000 Franken soll die Gemeinde Waldkirch die Neugestaltung des Dorfkerns kosten. Das sei zu viel, sind sich die SVP-Mitglieder an der Versammlung am Donnerstagabend im Restaurant Sennhof in Waldkirch einig. Am Bodenbelag soll deshalb gespart werden. Die Partei will an der ausserordentlichen Bürgerversammlung am 4. Juni das Projekt zwar grundsätzlich gutheissen, sie plant jedoch einen Vorstoss: «Wir werden eine günstigere Variante, mit Asphalt statt Steinplatten, beantragen», fasst Präsident Ruedi Eilinger das Resultat der Parolenfassung zusammen. Denn die Strasse müsse wohl saniert, nicht aber gleich «vergoldet» werden.

Tempo reduzieren

Der Parolenfassung vorgegangen war eine intensive Diskussion mit einigen kritischen Fragen der elf anwesenden Mitglieder. «Wie soll ich nach einer Verschmälerung der Strasse mit meinem Traktor durchkommen, wenn ich schon jetzt Probleme damit habe?», will jemand wissen. «Und wie können sich dann zwei Postautos kreuzen?» Der anwesende Gemeinderat Guido Brühlmann versichert, dass der Gemeinderat die Breite der Strasse genau geprüft habe. Lastwagen könnten sich auch nach der Neugestaltung problemlos kreuzen. «Zudem ist dies ja genau der Sinn der Sache», sagt er. «Wenn die Strasse schmal ist, ist man dazu gezwungen langsam zu fahren.»

Mittelinsel ist umstritten

Brühlmann betont immer wieder, dass die Strassenraumgestaltung eine Chance für Waldkirch sei. Denn die Kostenbeteiligung des Kantons sei nicht zu unterschätzen. «Natürlich ist es trotzdem viel Geld für die Gemeinde», sagt er. «Doch wenn wir es jetzt nicht machen, werden wir uns irgendwann vielleicht darüber ärgern.» Ein Mann ärgert sich jedoch vor allem darüber, dass die Mittelinsel beim Fussgängerstreifen bei einer Neugestaltung wegfallen soll. «Das wäre fatal», sagt er. «Eine Insel ist wichtig, damit sich ältere Menschen und Kinder beim Überqueren der Strasse orientieren können.» Brühlmann räumt ein, dass die wegfallende Mittelinsel durchaus einen Streitpunkt darstelle. «Der Gemeinderat ist aber davon überzeugt, dass breitere Trottoirs und eine optische Verschmälerung der Strasse genauso zur Sicherheit der Fussgänger beitragen.»

Nicht nur der Fussgängerstreifen sei im Dorf umstritten, wirft jemand ein. «Ich kenne kaum jemanden, der das Projekt, so wie es heute vorliegt, befürwortet.» Grundsätzlich seien die Waldkircherinnen und Waldkircher für eine Neugestaltung. Die Randstreifen beispielsweise seien sinnvoll. Zudem könnte das Dorfzentrum aufgewertet werden, was vor allem den Geschäften und Restaurants zugute käme. «Doch die Steinplatten sind schlicht übertrieben», sagt er. «Mit einem Asphaltbelag könnten enorme Kosten gespart werden.»

«Geld massvoll ausgeben»

Dieser Meinung sind auch Brühlmann und Eilinger. Letzterer schlägt den Mitgliedern schliesslich vor, zum Projekt «konstruktiv Ja» zu sagen, der Bürgerversammlung jedoch einen Antrag auf ein kostengünstigeres Projekt zu stellen. Die Mitglieder nehmen diesen Vorschlag mit zwei Gegenstimmen an. Sie beauftragen den Präsidenten, den Antrag auszufertigen. «Wir sind nicht grundsätzlich gegen das Projekt», betont dieser nach der Versammlung nochmals. «Aber in Zeiten, in denen Kanton und Gemeinden sparen müssen, sollte man auch hier das Geld massvoll ausgeben.»

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