Rundlauf für «Stadt als Bühne»

RORSCHACH. Das Buch «Stadt als Bühne» von Selina Ingold und Mark Riklin ist frisch gedruckt. Jetzt liegen die 70 Bogen à je 2200 Stück gestapelt im Produktionszentrum des Vereins HPV – dort müssen sie von Hand zusammengetragen werden.

Lea Müller
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Rundlauf: Im HPV werden die Buchseiten von Hand zusammengetragen. (Bild: Lea Müller)

Rundlauf: Im HPV werden die Buchseiten von Hand zusammengetragen. (Bild: Lea Müller)

«Stadt als Bühne» ist ein ungewöhnliches Buch. Ein Buch, das verschiedenste Scheinwerfer auf die Hafenstadt richten will. Ein Buch, in dem manche Texte versteckt werden. Ein Buch, in dem jede einzelne Seite schon einmal in den Händen von anderen Menschen war.

Denn anders als bei gewöhnlichen Büchern können die einzelnen Bogen dieses Werkes nach dem Drucken nicht maschinell zusammengetragen werden.

Grund ist die japanische Buchbindung, bei der die Blätter an der normalerweise offenen Buchseite perforiert sind. Das Zusammentragen muss manuell erfolgen. Verleger Richard Lehner hat den Verein HPV mit dieser herausfordernden Aufgabe betraut.

Druckerei übergibt an den HPV

Die Druckerei Schmid-Fehr in Goldach brachte nach dem Drucken – der Vorgang dauerte mehrere Arbeitstage – die einzelnen Bogen und Seiten des Buches in das Produktionszentrum des Vereins HPV.

Dort liegen die Stapel zurzeit nach Seitenzahlen geordnet auf Tischen bereit. Rund eine Woche hat das Team von etwa fünf Personen noch Zeit, um die Blätter in der richtigen Reihenfolge zusammenzutragen. Der Rundlauf um die Tische kann beginnen.

Kontrollieren mit der Waage

Der HPV bietet diese Dienstleistung für verschiedene Kunden an, wie Peter Maurer sagt.

Meist handle es sich um Mailings oder Werbeunterlagen, welche die Mitarbeitenden von Hand zusammentragen. Das Buch von Mark Riklin und Selina Ingold sei schon eine logistische Herausforderung, weil es sehr unkonventionell aufgebaut sei, so Peter Maurer.

«Wir haben aber ein gutes System», wendet er ein. Die einzelnen «Läufer» sollten im Idealfall alle etwa im gleichen Tempo arbeiten, damit es beim Rundlauf kein Durcheinander gebe. So könne man Fehler vermeiden.

Und wie kontrolliert er, ob nicht irgendwo ein Blatt fehlt oder eines zu viel hineingerutscht ist? «Am Schluss wägen wir alle Stapel auf der Zählwaage», sagt Peter Maurer.

Die Zusammenarbeit mit dem HPV ist für Verleger Richard Lehner Teil des Konzepts: «Wir wollen, dass das Buch vor Ort hergestellt wird.» Mit dem Schwan-Verlag in Rorschach, der Druckerei Schmid-Fehr in Goldach und dem HPV in Rorschach sei ein «schöner Dreiklang» entstanden. «Stadt als Bühne» sei ein Buch aus der Region für die Region.

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