Rund 1000 O-Bikes im Zwischenlager

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Rund 1000 Velos der Firma O-Bike werden in St. Gallen zwischengelagert. (Bild: Nina Rudnicki)

Rund 1000 Velos der Firma O-Bike werden in St. Gallen zwischengelagert. (Bild: Nina Rudnicki)

Leihvelos In Zürich spricht man von einer Invasion. Hunderte Leihvelos des Unternehmens O-Bike stehen bereits in der Limmatstadt. Auch die Agglomeration und die Region Limmattal werden von den gelben Velos überrollt. O-Bikes sind Mietvelos, die sich per Handy orten und entriegeln lassen. Jeder kann sie benutzen und überall wieder abgeben, respektive sie einfach an einem beliebigen Ort abstellen. Nun wurden auch in St. Gallen O-Bikes gesichtet, und zwar nicht wenige: Auf dem Areal der A1-Garage an der Langgasse stehen gegen 1000 Stück. Noch mit einer Schutzfolie bedeckt warten sie auf ihren Einsatz (siehe Ausgabe von gestern).

Polizei und Stadt aufgeschreckt

Die schier unglaubliche Anzahl versetzte das städtische Tiefbauamt sowie die Stadtpolizei in Aufregung. Denn das Problem mit den O-Bikes: Sie brauchen keine Bewilligung, da sie einfach irgendwo auf einem öffentlichen Platz abgestellt und vom nächsten Pedaleur wieder geschnappt werden. Das aus Singapur stammende Unternehmen nutzt eine rechtliche Grauzone aus. Die Stadtpolizei gibt aber Entwarnung. Sprecher Roman Kohler: «Die Velos werden gemäss unserer Information in St. Gallen nur zwischengelagert und werden hier nicht in Umlauf gebracht.» Noch nicht, jedenfalls. Denn die Strategie des asiatischen Unternehmens ist aggressiv. Anfang Jahr erst hat es den Betrieb aufgenommen. Ein halbes Jahr später stehen seine Velos aber bereits in Korea, Taiwan, den Niederlanden oder in England, die dort wenig schmeichelhaft als «yellow plague bikes», gelbe Plage, betitelt werden.

Was genau mit den Velos in St. Gallen geschieht, will Selda Kutal, Schweizer Partnerin von O-Bike, noch nicht bekannt geben. Es gibt auch keine schlüssige Erklärung, weshalb die Velos ausgerechnet in St. Gallen zwischengelagert werden. «Sie sind nicht für die Stadt oder den Kanton St. Gallen gedacht, sondern werden im Grossraum Zürich verteilt», sagt Kutal lediglich. Vorerst zieht die «Plage» also an St. Gallen vorbei. (rsp)