Ruhiges Flanieren statt geschäftiges Treiben

Vom Bio-Prosecco bis zur Murmeli-Salbe: Auf dem Ökomarkt gibt es vieles zu entdecken. Trotzdem blieb der Besucherandrang gestern eher bescheiden.

Christina Weder
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Regina Steiner mischt Tees aus getrockneten Blüten.

Regina Steiner mischt Tees aus getrockneten Blüten.

Es war erstaunlich ruhig gestern am St. Galler Ökomarkt im Herbst. Ein emsiges Treiben, wie man es vom Wochen- oder Bauernmarkt kennt, blieb aus. Auch Andreas Küng vom organisierenden Amt für Umwelt hatte vor allem zu Beginn des Marktes mehr Besucher erwartet. Woran es lag, dass weniger als im Frühling kamen – darauf hat er noch keine Antwort. Erst am Nachmittag wurde der Markt belebter.

Der Ökomarkt fand gestern zum drittenmal im Herbst statt. Er ist kleiner und weniger etabliert als jener im Frühling. Rund 50 Stände gruppierten sich ums Vadiandenkmal. Die Besucher, die kamen, liessen sich von den Verkäufern rasch in Gespräche verwickeln, sie diskutierten über die Grüngutabfuhr oder probierten Pestos und Pizze. Das Angebot war gewohnt breit – vom Bio-Prosecco über Kompostwürmer bis zu Pflanzensetzlingen. Superfood-Produkte, die derzeit im Trend liegen, musste man hingegen eher suchen.

Getrocknete Blüten und Tierfette

In grossen Gläsern präsentierte Biobäuerin Regina Steiner getrocknete Blüten aus ihrem Garten – Malven, Rosen, Korn- und Ringelblumen. Sie wog sie von Hand ab und mischte sie nach Belieben zu Tees. Ein paar Schritte weiter bot Silvan Schmid Murmeli-Kräutersalbe an, die nach einem Rezept von seinem Vater, einem Jäger, hergestellt wird. Sie enthält Tierfette – vom Murmeltier, aber auch vom Dachs und von der Gemse. Es gehe darum, auch die Nebenprodukte der Jagd zu verwerten, sagte Schmid.

Am Stand von «Kleika Arbeitslosenprojekte» verkauften Cornelia Ettlinger und Cristina Felderer Taschen, die aus Kaffeesäcken, Gummischläuchen und Werbeblachen genäht wurden. Auch Beutel aus Fahnen, die anlässlich der St. Galler Festspiele in der Altstadt hingen, gab es zu erstehen. «Hipster-Bags», wie Ettlinger sagte.

Am Stand von «Grün und Bunt» waren die Feigen-Chutneys gegen Mittag schon fast ausverkauft. Weniger Absatz hingegen fanden die Setzlinge. «In den Köpfen ist verankert, dass der Herbst keine Pflanzzeit ist», sagte Leandra Gmünder. Dabei könne man auch zu dieser Jahreszeit Setzlinge pflanzen – etwa Efeu oder Hauswurz.

Nach der dreijährigen Pilotphase wird das städtische Amt für Umwelt Ende Jahr Bilanz ziehen. Und entscheiden, ob der Ökomarkt nächstes Jahr wieder im Herbst durchgeführt wird.

Von wegen Pflanzzeit: Nicht nur im Frühling, auch im Herbst können Setzlinge gepflanzt werden. Bild: Urs Bucher (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Von wegen Pflanzzeit: Nicht nur im Frühling, auch im Herbst können Setzlinge gepflanzt werden. Bild: Urs Bucher (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Cornelia Ettlinger und Cristina Felderer verkaufen «Kleika»-Taschen.

Cornelia Ettlinger und Cristina Felderer verkaufen «Kleika»-Taschen.

Silvan Schmid bietet Murmeli-Kräutersalbe an. Bilder: Christina Weder

Silvan Schmid bietet Murmeli-Kräutersalbe an. Bilder: Christina Weder

Leandra Gmünder und Kim Di Gris präsentieren Setzlinge und Zapfen.

Leandra Gmünder und Kim Di Gris präsentieren Setzlinge und Zapfen.