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RUHESTAND: Erste Hilfe für junge Eltern

Nach 30 Jahren als Elternberaterin in Mörschwil geht Brigitte Schori-Vogt in Pension. Während dieser Zeit stand sie stets helfend zur Seite. Aber auch traurige Momente gehörten dazu.
Manuela Bruhin
Brigitte Schori-Vogt kann den Elternberater bald aus der Hand legen. (Bild: Ralph Ribi)

Brigitte Schori-Vogt kann den Elternberater bald aus der Hand legen. (Bild: Ralph Ribi)

Manuela Bruhin

redaktiongo@tagblatt.ch

Gerührt und auch ein bisschen überrascht war Brigitte Schori-Vogt, als sie die Interviewanfrage erhielt. Schliesslich ist sie keine Person, die Aufmerksamkeit sucht. Lieber steht sie Hilfesuchenden zur Seite, bestärkt und begleitet Familien. Tätigkeiten, die sie während der vergangenen 30 Jahre als Mütter- und Väterberaterin ausleben konnte. Und die geschätzt wurden. «Ich nehme viele schöne Momente mit», sagt die zweifache Mutter und sechsfache Grossmutter.

Wird ein neues Leben geboren, stellt dies die Welt der Eltern auf den Kopf. Nichts ist mehr wie es war, alles dreht sich nun um das kleine Menschenbündel. Während dieser Zeit machte Brigitte Schori-Vogt Hausbesuche, erteilte Tipps, wenn es ums Stillen oder Schlafen ging, kontrollierte das Gewicht und die Grösse der Kinder oder hörte auch nur zu, wenn die frischgebackene Mutter oder der junge Vater ihr die Ängste und Sorgen mitteilen wollte. «Ich denke, das Thema Schlafen ist die grösste Herausforderung junger Eltern.»

Auch die Mütter brauchen Fürsorge

Das Leben ändere sich komplett, das Baby gebe nun den Fahrplan vor. Trotzdem betonte die Hornerin stets, wie wichtig es sei, sich selber nicht zu vergessen. «Eine morgendliche Dusche beispielsweise muss auch für eine frischgebackene Mutter drinliegen.» Frauen sollten auf ihr Bauchgefühl hören, schliesslich kennen sie ihre Kinder am besten.

Nebst ihrer Tätigkeit als Elternberaterin arbeitete Brigitte Schori-Vogt 34 Jahre lang als Kinderkrankenschwester. Bis vor drei Jahren war sie in der Klinik Stephanshorn in der Wochenbettabteilung tätig. Eine ideale Kombination, wie sie sagt. «Man kann die Frauen und ihre Familie auch nach Spitalaustritt begleiten und sieht die gemachten Fortschritte», sagt sie.

Sie gibt den Familien Erfahrungen weiter, die sie mit ihren Kindern sammelte. Man dürfe allerdings nicht alles über einen Kamm scheren. «Man muss flexibel sein, mit der Zeit gehen», sagt Schori-Vogt. Die Empfehlungen zur Schlafposition der Säuglinge, des Stillens und der Beikost würden sich von Zeit zu Zeit ­ändern.

Schicksale kann sie nicht vergessen

Strahlende Kinder, dankbare Mütter und Väter seien für sie Seelenbalsam. Doch nicht immer war Schori-Vogt zum Lachen zumute. Etwa dann, wenn es galt, mit Schicksalsschlägen fertig zu werden. Krankheiten, Behinderungen oder gar der Tod mache auch vor Kindern nicht Halt. Schicksale, welche ihr auch Jahre später in Erinnerung sind – und bleiben. «Solche Eltern brauchen kein Mitleid. Sie brauchen Führung und Ansprechpersonen», so Schori-Vogt.

Trotz allem hätten die schönen Seiten klar überwogen. Etwa, wenn Familien sie beim Dorfmetzger erkennen und einen Schwatz halten. «Solche kleinen Momente geben einem viel.» Momente, die ihr künftig bei Pensionsantritt sicherlich fehlen werden. Und dennoch sei es Zeit für etwas Neues. Ihre Unabhängigkeit wolle sie mit ihrem Mann und der Familie in der Natur geniessen, Sprachkurse und Theatervorstellungen besuchen. «Langweilig wird es mir sicher nicht.»

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