Ruhe vor dem grossen Wechsel

Mit VBSG, Postauto und Regiobus fahren drei Transportunternehmen durch Abtwil, teilweise dicht nacheinander. Der Gaiserwalder Gemeinderat hat sich beim Kanton bereits dazu erkundigt. Erst Ende 2018 sind Änderungen möglich.

Ives Bruggmann
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ABTWIL. Abtwil hat ein Luxusproblem. Es fahren zu viele Busse durch das Dorf. Beim Amt für öffentlichen Verkehr ist zudem kürzlich ein Vorschlag der VBSG abgelehnt worden. Vorgeschlagen wurde, die Linie 7 ein- oder zweimal pro Stunde von St. Josefen nach Engelburg weiterzuführen, um das Dorf zu entlasten. Das Amt hat den Vorschlag, der aufgrund der Kritik aus Abtwil erstellt wurde, aus Spargründen abgelehnt. Gemeindepräsident Boris Tschirky will nicht von Kritik sprechen, es sei nur eine Feststellung. «Denn im Extremfall fahren gleich drei Linien nacheinander durch Abtwil», sagt er.

Neue Hoffnung ab Ende 2018

Bei den VBSG weiss man auch von der Tatsache mit den vielen Bussen, ändern könne man derzeit aber nichts, sagt Unternehmensleiter Ralf Eigenmann und verweist auf das abgelehnte Angebot. In diesem Zusammenhang sei auch schon das ÖV-Konzept der Agglomeration St. Gallen diskutiert worden. Ohne Ergebnis. Neue Hoffnung gibt es sowohl bei den VBSG als auch bei der Gemeinde Gaiserwald im Dezember 2018. Mit der Eröffnung des neugestalteten Bahnhofplatzes und des damit verbundenen Fahrplanwechsels wird das neue Konzept St. Gallen-Ost/Oberthurgau eingeführt. Dieses sieht verschiedene Änderungen auf dem Liniennetz vor, unter anderem neue Linien-Verknüpfungen. «Dann wird im öV der Ostschweiz vieles neu», sagt Eigenmann. Eine Verlängerung der Linie 7 dürfte dereinst aber kein Thema mehr sein.

Die Haltung des Gaiserwalder Gemeinderates sei, dass man sicher in den Stosszeiten ein dichtes Angebot wolle. Ob man in den Zeiten dazwischen eine hohe Frequenz aufrechterhalten müsse, sei zu überlegen. «Die Kosten sind mit derzeit 1,6 Millionen erheblich», sagt Tschirky. Der Bund zahlt jeweils rund einen Drittel an die Kosten des öffentlichen Verkehrs. Den Rest teilen sich der Kanton und die Gemeinde rund zur Hälfte auf. Wobei die Gemeinden unterschiedlich viel bezahlen. Abhängig von Einwohnerzahl und Anzahl Abfahrten. Deswegen sei es auch eine finanzpolitische Frage. «Aber wenn man schon so viel zahlt, möchte man auch ein optimales Angebot», sagt Tschirky. Er wolle dabei niemandem den schwarzen Peter zuschieben, denn eine gute ÖV-Erschliessung sei wichtig für Abtwil.

Zehn-Minuten-Takt ist teuer

Ähnlich sieht es auch der VBSG-Unternehmensleiter. Es sei eine Grundsatzentscheidung. «Ein durchgehender Zehn-Minuten-Takt kostet nun mal viel und ist daher ein Luxus.» Wenn man unbedingt sparen wolle, dann müsse man hier ansetzen. «Am besten, indem man den Takt in den Nebenverkehrszeiten ausdünnt.» Eigenmann versteht aber auch die ÖV-Fachleute, die sagen, dass der ÖV einen hohen Takt zu jeder Zeit bieten müsse, damit er mit dem Auto konkurrieren könne.

Für den Leiter des Amts für öffentlichen Verkehr, Patrick Ruggli, ist das Thema Abtwil bis auf weiteres keines mehr. Seit dem letzten Entscheid im Dezember stehe nun die Erarbeitung des neuen Konzeptes St. Gallen-Ost/Oberthurgau im Vordergrund. «Bis dann wird sicher nichts mehr verändert.» Bereits in wenigen Wochen gebe es für die Gemeinden Neuigkeiten vom Amt für öffentlichen Verkehr. «Eine erste Version des neuen Konzepts wird den Gemeinden zugestellt», sagt Ruggli. Danach bestehe für die Gemeinden die Möglichkeit, auf die Vorschläge zu reagieren. «Mit vielen Anpassungen ist nicht mehr zu rechnen, denn das Konzept entstand in Zusammenarbeit mit den Gemeinden», sagt Ruggli.

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