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RÜCKZUG: Kein Parkhaus am Schibenertor

Das geplante Parkhaus am Schibenertor kann nicht realisiert werden. Die Helvetia-Versicherungen haben andere Pläne für das angrenzende Union-Gebäude und ziehen sich aus dem Projekt zurück.
David Gadze
Die Platanen am Oberen Graben bleiben: Das Parkhaus Schibenertor ist endgültig vom Tisch. (Bild: Benjamin Manser)

Die Platanen am Oberen Graben bleiben: Das Parkhaus Schibenertor ist endgültig vom Tisch. (Bild: Benjamin Manser)

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Jetzt ist es definitiv: Das Projekt für ein Parkhaus am Schibenertor ist Geschichte. Wie die Helvetia-Versicherungen gestern bekanntgaben, zieht die Investorengruppe den Rekurs gegen den negativen Entscheid zum Baugesuch durch die städtische Baubewilligungskommission zurück. «Die von der Rekursinstanz zu erwartende Aufhebung des Bauentscheides würde zu einer weiteren massiven Verzögerung des Baubewilligungsverfahrens führen», heisst es in der Mitteilung. Da dies zudem die Helvetia-Versicherungen in der Nutzung des Union-Gebäudes, das ihnen gehört und dessen Untergeschosse Bestandteile des neuen Parkhauses gebildet hätten, einschränke, ziehen sie einen Schlussstrich – und entziehen das unterirdische Baurecht, das es für die Realisierung des Parkhauses gebraucht hätte. Stattdessen wird nun im Union-Gebäude ein neuer Standort für die Stadt- und Kantonsbibliothek geprüft (siehe Ressort Ostschweiz).

Zu wenig Rückhalt bei Behörden und Bevölkerung

Für den Rückzug seien zwei Punkte ausschlaggebend gewesen, sagt Hansjörg Ryser, Leiter Kommunikation bei den Helvetia-Versicherungen. Zum einen sei man zum Schluss gekommen, dass es keine realistische Chance für den Bau des Parkhauses mehr gebe. «Wenn ein Projekt bei den Bewilligungsbehörden und in der Bevölkerung so wenig Rückhalt hat, ist es vernünftig, sich zurückzuziehen.» Zu versuchen, das Parkhaus «auf Biegen und Brechen» doch noch zu realisieren, hätte viel Zeit und Geld gekostet. Und wohl auch am Image der Helvetia-Versicherungen gekratzt: Ryser räumt ein, dass ein Durchsetzen der Garage auf juristischem Weg «nicht gerade reputationsfördernd» gewesen wäre.

Zum anderen sei die Idee, zusammen mit der Stadt und dem Kanton eine Bibliothek im Union-Gebäude zu realisieren, für die Helvetia-Versicherungen «sehr interessant». Diese sei jedoch mit dem Parkhausprojekt nicht kompatibel.

Cityparking AG prüft nun andere Projekte

Elmar Jud, Verwaltungsratspräsident der Cityparking AG, wollte das Aus für das Parkhausprojekt, das die Investoren seit 2005 vorangetrieben hatten, nicht gross kommentieren. In den Gesprächen mit den Helvetia-Versicherungen habe man «lange miteinander gerungen», den Entscheid nehme er nun «sachlich zur Kenntnis».

Die Cityparking AG als «florierendes Unternehmen» werde nun nach neuen Investitionsmöglichkeiten suchen. «Wir prüfen derzeit andere Projekte», sagt Jud. Ein Entscheid darüber ist bis im Herbst zu erwarten. Im innerstädtischen Bereich gebe es «mehrere Möglichkeiten». Ist auch das Parkhaus UG 25 am Unteren Graben, das ab kommendem Jahr ausgebaut wird, eine davon? Eine Beteiligung der Cityparking AG am UG 25 sei «im Augenblick kein Thema» – zumindest so lange nicht, bis geklärt sei, wie viel das Projekt genau koste.

Stadt sucht neue Lösungen für oberirdische Parkplätze

Nach dem Aus für das Parkhaus Schibenertor müsse die Stadt die beschlossenen Aufhebungen von oberirdischen Parkplätzen nochmals überprüfen, sagt Stadträtin Maria Pappa. Offen sei konkret, was mit den 89 Parkplätzen zwischen dem Bahnhofpärkli und dem Knoten Schibenertor geschehen soll, die in der geplanten neuen Tiefgarage am Oberen Graben hätten ersetzt werden sollen. Es seien verschiedene Optionen denkbar, sagt die Baudirektorin. Ob sie im UG 25 kompensiert werden könnten, sei aber unklar. Denn dazu müssten verschiedene Kriterien erfüllt sein, insbesondere die Distanz. In den Einspracheverhandlungen mit dem VCS hat sich die Bauherrin Senn Resources AG jedenfalls verpflichtet, nebst den geplanten 192 öffentlichen Parkplätzen bis zu 92 weitere aufzunehmen, sollte das Parkhausprojekt am Schibenertor scheitern. Aus finanzieller Sicht dürfte sie ohnehin ein Interesse daran haben.

Klar sei, dass die 51 Parkplätze auf dem Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt auch ohne Ersatz in einer Tiefgarage aufgehoben werden sollen. Gegen den Entscheid sind aber noch zwei Beschwerden beim kantonalen Verwaltungsgericht hängig. «Und es wird keine öffentlichen Parkplätze im Taubenloch geben, auch wenn die Bibliothek kommt.» 15

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