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Rückweisung der Gasttaxenerhöhung war nicht gegen den Gratis-ÖV für Touristen gerichtet

«Zurück an den Absender», Ausgabe vom 14. September
Gallus Hufenus Stadtparlamentarier Sp Burggraben 24, 9000 St. Gallen

«Zurück an den Absender», Ausgabe vom 14. September

Am Dienstag vor einer Woche hat das Stadtparlament die Vorlage über eine Erhöhung der Gasttaxe an den Stadtrat zurückgewiesen. Der dabei erhobene Vorwurf von CVP und FDP, die Rückweisenden boykottierten den Gratis-ÖV für die Gäste St. Gallens, ist eine Lüge. Die Erhöhung der Taxe um anderthalb Franken pro Gast und Nacht für die Finanzierung des ÖV-Angebots war im Parlament unbestritten. Ebenso würde ich das Tourismusbüro zusätzlich unterstützen – hätte St. Gallen-Bodensee-Tourismus eine andere Führung und stünden die Hoteliers sowie das Gewerbe hinter deren Strategie.

Kurz nach Amtsantritt wetterte Tourismusdirektor Frank Bumann, seine Vorgänger hätten alles falsch gemacht, er werde St. Gallen-Bodensee-Tourismus (SGBT) «professionalisieren». Seither sinken bei uns die Logiernächtezahlen, während sie in anderen Schweizer Städten zunehmen. Die Strategie des Tourismusdirektors, mehr Touristinnen und Touristen aus Asien in die Stadt zu locken, geht nicht auf. Kommen sie doch, interessieren sie sich für Sackmesser statt für unser kulturelles Erbe, und die Wertschöpfung ist gering. Meines Erachtens sollte der Fokus in der Werbung in den europäischen Kernmärkten liegen.

Unverständlich ist, dass, kurz nachdem für viel Geld das Besucherzentrum fürs Klosterviertel an der Gallusstrasse 11 eingerichtet worden war, der Standort am Bahnhofplatz aufgegeben und beide Büros ins Haus an der Bankgasse 9 umgesiedelt wurden. «Professionell» ist es nicht, wenn Herr Bumann zusammen mit Schweiz-Tourismus eine Geschäftsreise nach Asien antritt, davor aber vergisst, sein Visum dafür einzuholen. Auf der Imagebroschüre für St. Gallen ein ganzseitiges Inserat fürs «Shopping-Village» im bündnerischen Landquart zu plazieren, ist eine Ohrfeige für das lokale Gewerbe. Ferner: Noch nie hatte SGTB eine derart hohe Personalfluktuation wie in der Bumann-Ära. Spricht der SGBT-Präsident da von einer «latent schlechten Stimmung», zeugt das von Arroganz. Dass Frank Bumann nebenher noch ein eigenes, «unabhängiges Management- und Beratungsunternehmen, spezialisiert auf Tourismus und Hotellerie» in Teufen führt, ist fragwürdig. Dass er auf der zugehörigen Webseite seine Tätigkeit für SGBT nicht erwähnt, seltsam.

Leidtragende sind die Gäste und wir Dienstleister! Als Stadtführer und Barista würde ich gerne zugunsten des Tourismus stimmen. Bevor aber die Führung das gesprochene Geld nicht transparent in eine von allen getragene Strategie investiert, ist es verantwortungslos, Geld blind zu sprechen. Darum: Die Vorlage zur Erhöhung der Gasttaxe wurde nicht abgelehnt, sondern sie ging zurück an den Absender. Auftrag: Beitrag zur Finanzierung des Gratis-ÖV entkoppeln, zur Genehmigung schnellstmöglich vors Parlament bringen und in einem zweiten Schritt bei SGTB aufräumen.

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