Rückkehr ins doppelte Glück

Am Sonntag beginnt für die Badmintonvereinigung St. Gallen-Appenzell daheim gegen Yverdon die NLA-Saison. Agung Ruhanda zieht sich als Trainer Schritt für Schritt zurück, dafür ist seine Frau Agnia wieder als Spielerin dabei.

Daniel Good
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Agnia Ruhanda ist zurück aus Indonesien und verstärkt in der kommenden Saison wieder das NLA-Team von St. Gallen-Appenzell. (Bild: Urs Jaudas)

Agnia Ruhanda ist zurück aus Indonesien und verstärkt in der kommenden Saison wieder das NLA-Team von St. Gallen-Appenzell. (Bild: Urs Jaudas)

BADMINTON. Agung Ruhanda ist glücklich. Seine Frau Agnia und die siebenjährige Tochter Azkya sind zurück in der Schweiz. Während eines Jahres lebten sie in Indonesien. Nun ist die Ostschweiz der Lebensmittelpunkt der Familie. Vorbei sind die Zeiten, als der Kontakt bloss via Video-Telefonie bestand. Anfang August hat Agung Ruhanda eine Stelle als Trainer bei der Sportschule Appenzellerland erhalten. Der 31-Jährige trainiert neun junge Badmintonspieler. Deshalb reduziert er sein Pensum als Trainer der erfolgreichen Ostschweizer Badmintonvereinigung, als Spieler steht er dem NLA-Team aber nach wie vor so oft als möglich zur Verfügung.

Mit dem 27jährigen Suherlan Ade ist schon ein Nachfolger als Spielertrainer gefunden. Auch Ade stammt aus Indonesien, gehörte während einiger Jahre der Nationalmannschaft an und ist ein Kollege von Ruhanda. Dieser wird seinen Landsmann in der Teamführung so lange wie notwendig begleiten.

Start gegen Fröhlich

Ade ist auch als Spieler eine Verstärkung für St. Gallen-Appenzell. Obschon er wie Ruhanda ein Doppelspezialist ist, erreichte er bei seinem ersten Einzelturnier in der Schweiz die Halbfinals. Im Spiel um Platz drei gewann Ade, der erstmals seit zehn Jahren einen Wettkampf im Einzel bestritt, gegen den Schweizer Olympiateilnehmer Christian Bösiger. Sieger in Lausanne wurde am vergangenen Wochenende der Tscheche Jan Fröhlich, die Nummer 71 der Weltrangliste. Ade unterlag Frölich im Halbfinal in drei Sätzen. Fröhlich spielt in der NLA-Meisterschaft für Yverdon, das am Sonntag ab 15 Uhr im St. Galler Athletik Zentrum der erste Gegner von St. Gallen-Appenzell in dieser Saison ist. Im Frühling setzten sich die Ostschweizer im Halbfinal gegen die Waadtländer auch dank einem Sieg von Agung Ruhanda im Einzel gegen Fröhlich durch.

Agung Ruhanda erwartet eine schwierige Saison für sein Team. «Der Grossteil der Konkurrenz hat neue ausländische Spieler in seinen Reihen. Das macht die Meisterschaft umstritten und unberechenbar», sagt Ruhanda. In der vergangenen Saison war freilich nur ein Team stärker als St. Gallen-Appenzell. Im Final unterlagen die Ostschweizer dem Team Argovia knapp. 650 Zuschauer verfolgten am 21. April im Athletik Zentrum das entscheidende Spiel um die Meisterschaft gegen die Aargauer. Nicht mit von der Partie war damals Agung Ruhandas Frau Agnia. Ihre Rückkehr ist auch für die Badmintonvereinigung St. Gallen-Appenzell ein Glücksfall. Agnia Ruhanda war schon dabei, als St. Gallen-Appenzell 2010 und 2012 den neunten und zehnten Meistertitel gewann.

Zwischen 1976 und 1983 hatten die Ostschweizer acht Schweizer-Meister-Titel in Serie ergattert. Erst als Agung Ruhanda 2009 aus Basel in die Ostschweiz zog, stellten sich für die Ostschweizer Badmintonspieler wieder Erfolge ein. Ruhanda gefällt es in der Ostschweiz. Er kann sich vorstellen, viele Jahre in der Region zu verbringen.

17-Jähriger als Stammspieler

Neben Agnia Ruhanda spielt in der kommenden Saison auch Dominik Büttikofer regelmässig in der NLA für St. Gallen-Appenzell. Das 17jährige Talent aus Rotkreuz im Kanton Zug trainiert an der Sportschule Appenzellerland. In der vergangenen Spielzeit kam Büttikofer, der bereits als 14-Jähriger das Elternhaus verliess, um Fortschritte im Sport zu erzielen, auch schon im ersten Team zum Einsatz.

Nicht mehr dabei ist 2013/14 aus beruflichen Gründen Janic Kleiner. In der Zielsetzung für die neue Saison gibt sich Agung Ruhanda defensiv: «Zuerst wollen wir das Playoff der besten vier Teams erreichen, dann sehen wir weiter.» Einer der Titelfavoriten ist die Equipe aus Uzwil. In der Vorbereitung trainierte St. Gallen-Appenzell dreimal pro Woche. Eigentlich zu wenig, wenn es nach Ruhanda geht. Aber die Umstände liessen nicht mehr zu. In Indonesien trainieren schon Jugendliche wie Profis.