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RÜCKGANG: Rorschach hat die meisten Arbeitslosen im Kanton

Seit einem Jahr sinkt die Zahl der registrierten Arbeitslosen, auch in der Region Rorschach. Im kantonsweiten Vergleich ist hier der Anteil der Betroffenen jedoch unverändert am höchsten.
Fritz Bichsel
Bild: Infografik

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Fritz Bichsel

redaktionot@tagblatt.ch

Geld aus der Arbeitslosenversicherung statt Lohn: Das beziehen derzeit im Kreis Rorschach zwei von hundert Einwohnern im Erwerbsalter. Das sind gegen ein Fünftel mehr als im ganzen Kanton (siehe Tabelle). Fast doppelt so hoch ist die Zahl der Stellen-suchenden – jene Leute hinzu- gerechnet, die keine Stelle ge-funden oder die Arbeit verloren haben, aber noch nicht Arbeitslosengeld beziehen. Wenn man die ländlichen Gemeinden im Südwesten mit wenig Arbeitsplätzen und wenig Arbeitslosen weglässt und dafür die Nachbargemeinden im Osten hinzunimmt, zeigt sich noch deutlicher: Rorschach ist die Region mit der höchsten Arbeitslosigkeit im Kanton. Im Streifen am See und am Alten Rhein, von Steinach bis St. Margrethen, haben gut ein Drittel mehr erwerbsfähige Personen keine Arbeit als im kantonalen Durchschnitt.

In unserer Gegend überschneiden sich das städtisch geprägte Gebiet von Wil bis an den Bodensee mit überdurchschnittlichem Anteil der Dienstleistungsbranche und das hoch industrialisierte Gebiet vom Rheintal bis an den Bodensee. In den von Industrie geprägten Gegenden stieg die Arbeitslosigkeit stärker an, dafür nimmt sie nun mehr ab. Das zeigen die von Bund und Kanton jetzt veröffentlichten Statistiken bis Ende März. Sie weisen für alle St. Galler Kreise weniger Arbeitslose aus als vor einem Jahr. Kantonsweit sind es elf Prozent weniger und im Kreis Rorschach zwanzig Prozent oder 138 Personen weniger.

Hoher Ausländeranteil wirkt sich stark aus

Erfasst sind allerdings nur die bei einem regionalen Zentrum für Arbeitsvermittlung (RAV) registrierten Arbeitslosen. Seit einem Jahr haben im Kreis Rorschach etwa 200 Betroffene den Anspruch auf Arbeitslosengeld verloren. Sie wurden damit «ausgesteuert» und fielen aus der Statistik. Nicht statistisch erfasst ist, wie viele von ihnen inzwischen wieder Arbeit fanden oder das Pensionsalter erreichten. Sicher ist, dass es mehr Arbeitslose gibt als in den Statistiken ausgewiesen, wobei der Grossteil der «Ausgesteuerten» Sozialhilfe von der Gemeinde bezieht statt Arbeitslosengeld.

Arbeitslosigkeit trifft Ausländer und Einwohner von Städten mehr als Schweizer und Bewohner ländlicher Gebiete. Das bestätigen die aktuellen Statistiken. Rorschach und St. Margrethen haben im Kanton den höchsten Ausländeranteil und auch die höchste Arbeitslosenquote. Bei beidem liegen auch Rheineck und Rorschacherberg über dem Durchschnitt. So hat das Gebiet an See und Altem Rhein mehr Arbeitslose als andere Regionen.

Der Vergleich über fünf Jahre zeigt: Die Zahl der registrierten Arbeitslosen nahm bis Anfang 2015 ab. Als die Nationalbank den Mindestkurs Franken – Euro aufhob, nahm sie bis 2017 wieder zu, im Kreis Rorschach um gut hundert Personen oder fünfzehn Prozent. Seit einem Jahr sinkt sie in neun der elf st. gallischen Gemeinden der Region wieder. Am deutlichsten ist der Rückgang seit 2017 in Orten mit viel Industrie oder vielen in der Industrie tätigen Einwohnern wie Goldach, Rorschach, St. Margrethen und Thal. In ländlichen Gemeinden mit wenig Einwohnern und nur einzelnen Arbeitslosen ist der prozentuale Anteil allerdings Theorie. Bereits eine arbeitslose Person mehr oder weniger wirkt sich bei ihnen in der Statistik spürbar aus.

Werden Fälle von Schwarzarbeit publik, wirft dies ein schiefes Licht auf eine ganze Branche. (Bild: Keystone)

Werden Fälle von Schwarzarbeit publik, wirft dies ein schiefes Licht auf eine ganze Branche. (Bild: Keystone)

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