RÜCKGANG ASYLGESUCHE: Stilllegung der Asylzentren Neckertal und Wil

Da seit dem ersten Quartal 2016 in der Schweiz die Anzahl eingereichter Asylgesuche sinkt, sind die kantonalen Asylzentren nicht mehr voll ausgelastet. Der Kanton St.Gallen schliesst aus diesem Grund die Zentren in Wil und Neckertal auf Ende November.

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Zu wenig Asylgesuche: Der Kanton St.Gallen schliesst auf Ende November das Asylbewerberzentrum Neckermühle. (Bild: Urs Bucher)

Zu wenig Asylgesuche: Der Kanton St.Gallen schliesst auf Ende November das Asylbewerberzentrum Neckermühle. (Bild: Urs Bucher)

Seit Ende März sind alle befristeten Unterkünfte geschlossen, insbesondere alle Zivilschutzanlagen und das Asylbewerberzentrum Bommerstein in Mols. Nun legt der Kanton im November zwei weitere Zentren mit total 130 Betten still, wie es in einer Mitteilung heisst. Es betrifft die mittlerweile kleinsten Einrichtungen: das Wohnfoyer Kreuzackerstrasse in Wil und das Zentrum für Asylsuchende Neckermühle im Neckertal/Oberhelfenschwil.

Das Zentrum für Asylsuchende Neckermühle dient seit 1996 als kantonale Unterkunft für maximal 80 Asylsuchende. Das Wohnfoyer Wil wurde im Herbst 2014 provisorisch für rund 50 Personen in Betrieb genommen, heisst es weiter. Von den Stilllegungen betroffen seien rund 22 Mitarbeitende. Ihre Arbeitsverhältnisse löst der Kanton auf Ende November auf.
 

15'000 Asylgesuche weniger als 2015

Grund der Stilllegung ist, dass die Anzahl der eingereichten Asylgesuche markant sinkt. "Das Staatssekretariat für Migration geht in seiner Prognose für das laufende Jahr von etwa 24'500 Asylgesuchen in der Schweiz aus. Das sind 2700 weniger als im Vorjahr und 15'000 weniger als 2015", wie es weiter im Communiqué heisst. Der Kanton St.Gallen sei verpflichtet, rund sechs Prozent der Asylsuchenden aufzunehmen. "Bei 2'000 Personen je Monat entspricht dies rund 120 Neueintritten."

Während der grossen Flüchtlingsbewegungen über die Balkanroute betrieb der Kanton St.Gallen bis zu zehn Asylzentren mit Platz für über 1000 Personen. Diese Kapazitäten baue der Kanton jetzt wieder ab. (pd/lex)