Roter Teppich für Freiwillige

In Mörschwil fand am Samstag erstmals ein Fest zu Ehren der Freiwilligen statt. Die 200 Gäste liessen sich auf verschiedene Arten verzaubern, bevor sie beim Bingo um den Hauptpreis buhlten.

Andrina Zumbühl
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Der Auftritt des Stimmenkünstlers Martin O. war der Höhepunkt des Fests zu Ehren der vielen freiwillig tätigen Mörschwilerinnen und Mörschwiler. (Bild: Ralph Ribi)

Der Auftritt des Stimmenkünstlers Martin O. war der Höhepunkt des Fests zu Ehren der vielen freiwillig tätigen Mörschwilerinnen und Mörschwiler. (Bild: Ralph Ribi)

MÖRSCHWIL. Ein ausgerollter roter Teppich empfängt am Samstagabend vor der Sporthalle Seeblick die geladenen Gäste. Die Stars des Abends sind niemand Geringerer als die vielen Mörschwilerinnen und Mörschwiler, die sich in unzähligen Stunden Freiwilligenarbeit im Dorf einsetzen. Die «Fiesta Grande» ist der Höhepunkt eines Jahres, das der Freiwilligenarbeit besondere Aufmerksamkeit geschenkt hat.

Projekt aus dem «Zukunftskafi»

Entstanden ist das Projekt aus dem «Zukunftskafi», das im April 2014 stattfand. Dort wurde der Wunsch geäussert, Freiwilligenarbeit möge mehr wertgeschätzt werden. Die Arbeitsgruppe «Guckdoch» nahm sich dieses Projekts an und organisierte nicht nur das Fest, sondern machte das ganze Jahr über Freiwilligenarbeit sichtbar, in dem verschiedene ehrenamtlich tätige Mörschwiler im Mitteilungsblatt porträtiert wurden.

Bereits beim Apéro unterhalten sich die rund 200 Gäste am Samstag angeregt. Man kennt sich und freut sich, viele bekannte Gesichter zu sehen. Unter die Freiwilligen mischt sich auch Zauberer Roman Schönenberger, von Beruf Fahrlehrer in Wittenbach, der die Anwesenden mit seinen Tricks verblüfft und zum Staunen bringt. Verzaubert sind die Gäste auch von den lustigen Ballontieren, die er in Sekundenschnelle kreiert.

Später wechselt die Gesellschaft in den festlichen und stimmungsvoll von Kerzenlicht erhellten Gemeindesaal. Gallus Hasler, der den Abend moderiert, stellt das «Guckdoch»-Team vor. Die Gruppe wird präsidiert von Claire Guntern, zum Team gehören auch Corinne Allenspach, Silvia Boss, Markus Kramer, Christoph Kurer, Thomas Oesch, Esther Popp und Iki Siercks. Claire Guntern fordert die Gäste in einer kurzen Rede auf, doch zu «gucken», was in der Gemeinde alles geleistet wird. Eine Umfrage Anfang Jahr hatte ergeben, dass in Mörschwil über 600 Personen jährlich mehr als 21 000 Stunden Freiwilligenarbeit leisten. Gemeindepräsident Paul Bühler erklärt, dass eine Gemeinde ohne Freiwilligenarbeit nicht funktionieren würde. Bühler dankt den Anwesenden dafür, dass sie Mörschwil so lebenswert machen. In diesem Zusammenhang macht er auf das Abziehbild mit dem Slogan «Mörschwil läbt» aufmerksam, das man bei ihm abholen und ans Auto kleben könne.

Der Stimmenkünstler begeistert

Die Erwähnung des Abziehbilds bringt die Gäste zum Schmunzeln. Umso mehr, als der Topact des Abends, Martin O., den «Mörschwil läbt»-Kleber in sein Programm einbaut und so zum Running-Gag macht. Auch das Thema Freiwilligenarbeit greift er mit Humor auf. Der in Abtwil aufgewachsene und heute international bekannte Künstler verblüfft das Publikum allein mit Hilfe seiner Stimme und eines Symphoniums. Mit dem Instrument kann er seine Stimme aufnehmen und so mehrstimmig vortragen. Die Vielfalt an Geräuschen, die Martin O. nachahmen kann, scheint beinahe endlos. So erklärt er den Zuschauern, dass er früher Schlagzeug gespielt, dann aber eines verschluckt habe. Sogleich demonstriert er sein Können im Beatboxen. «Diese Präzision ist phantastisch», schwärmt ein Gast. Die Begeisterung ist so gross, dass Martin O. nicht nur mit viel Applaus, sondern auch mit Standing Ovations verabschiedet wird.

Zwischen den Auftritten dürfen sich die Gäste am reichhaltigen Buffet bedienen. Als weiterer Höhepunkt wird zum Schluss Bingo gespielt. Auf jeder Bingokarte sind neun Gäste zu sehen, die an diesem Abend anwesend sind. Wer die Karte voll hat, ruft nicht «Bingo», sondern «Guckdoch». Den Hauptpreis ergattert sich Theres Roth. Sie gewinnt zusammen mit ihrem Mann, Hausarzt David Roth, ein Essen mit Gemeindepräsident Paul Bühler.