Rote Köpfe wegen Blauer Zone

An der Schneebergstrasse sind Parkfelder der Blauen Zone aufgehoben worden. Grund dafür ist der Neubau eines privaten Parkplatzes. Die Anwohner sind genervt, fehlen ihnen jetzt doch Parkplätze.

Elisabeth Reisp
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Ein neuer Privatparkplatz mit Platz für zwei Autos nervt die Anwohner: Ein langer Streifen Blaue Zone musste aufgehoben werden. (Bild: Elisabeth Reisp)

Ein neuer Privatparkplatz mit Platz für zwei Autos nervt die Anwohner: Ein langer Streifen Blaue Zone musste aufgehoben werden. (Bild: Elisabeth Reisp)

Elisabeth Reisp

elisabeth.reisp

@tagblatt.ch

Wer keinen eigenen Parkplatz hat, aber Halter eines Autos ist, weicht in der Stadt auf die Erweiterte Blaue Zone (EBZ) aus. Blaue Zonen gibt es in der ganzen Stadt, hauptsächlich in den Wohnquartieren. Mit einer Anwohnerkarte darf in der Blauen Zone parkiert werden. Allerdings hat man dann natürlich keinen fixen Platz, sondern muss jeden Abend aufs Neue eine freie Lücke im Quartier suchen. Die Plätze sind begehrt und das Suchen oftmals mühsam. Umso mehr ärgern sich die Anwohner, wenn die begehrten Plätze aufgehoben werden. So wie zuletzt an der Schneebergstrasse.

Seit kurzem ist die Schneebergstrasse auf der Höhe Nummer 10 um einige Parkfelder ärmer. Grund dafür sind zwei private Parkplätze, die auf einem Grundstück neu erstellt wurden. Damit der Besitzer auf seinen neuen Parkplatz kommt, mussten die davor liegenden Parkfelder der Blauen Zone aufgehoben werden, respektive musste ein langes Stück Blauer Zone vor der Einfahrt unterbrochen werden. «Jetzt fehlen uns wieder Parkfelder im Quartier», nervt sich Pascal Kolp. Er ist Anwohner. Stadtpolizei und Tiefbauamt beschwichtigen aber: Wann immer möglich, würden die Plätze ersetzt, heisst es auf Anfrage. Manchmal sei dies aber aufgrund verschiedener Vorschriften und Interessen nicht möglich.

25 Meter Blaue Zone weniger

Für Pascal Kolp ist das ein schwacher Trost. Als Mieter seien er und andere genervte Anwohner vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Informiert wurden sie über die Schritte nicht, lediglich die Liegenschaftenbesitzer. Was Kolp besonders ärgert, ist, dass die Liegenschaft, zu der die neuen Parkplätze gehören, an der unteren Strasse, der Bernegg-strasse, steht. Die Bewohner des Hauses kommen über eine Treppe zu ihren Parkplätzen rauf an der Schneebergstrasse. «Nur weil einer zu bequem ist, sein Auto in der Blauen Zone abzustellen, müssen wir jetzt alle leiden», sagt Kolp. Nach 20 Uhr einen Parkplatz zu finden, sei jetzt schwieriger geworden.

Parkplätze werden in der Stadt von der Stadtpolizei bewirtschaftet. Gemäss Dionys Wid-mer, Sprecher der Stadtpolizei, wurden an besagter Stelle auf der Schneebergstrasse etwa 25 Meter Blaue Zone aufgehoben. «Das entspricht etwa dem Platz für fünf Autos», sagt Widmer. Müssen Parkplätze aufgehoben werden, etwa bei bewilligten Bauprojekten, suche die Stadtpolizei möglichst im selben Quartier nach Alternativen. «Auf der Schneebergstrasse hat es aber keinen Platz mehr für weitere Parkfelder, daher prüfen wir, ob auf der Berneggstrasse Ersatz für die wegfallenden Felder geschaffen werden kann.»

Grundsätzlich werde der Platz für Blaue Zonen auf einer Strasse nie bis auf den letzten Meter ausgenutzt. «Vor allem, um das Quartier vom Suchverkehr zu entlasten», sagt Widmer. Dass aber bewusst die Blauen Zonen verkleinert werden, dementiert Widmer.

Weniger Blaue Zone als im Jahr zuvor

Im letzten Jahr zählte die Stadt gemäss Christian Hasler, Leiter Verkehr im städtischen Tiefbauamt, noch 5577 blaue Parkfelder. Das sind wegen der Ausdehnung der erweiterten Blauen Zone mehr als im Jahr 2014, als die Stadt nur über 4938 Plätze in der Blauen Zone verfügte, aber 13 Felder weniger als im Jahr 2015. An welchen Strassen im letzten Jahr Plätze ersatzlos aufgehoben worden sind, kann Hasler aufgrund der Ferienabwesenheit des zuständigen Mitarbeitenders nicht beantworten.

«Grundsätzlich werden aufgehobene Parkfelder der Blauen Zone ersetzt», sagt Hasler. Manchmal sei dies aufgrund der Umgebungssituation aber nicht möglich. «Im vorliegenden Fall müssen gemäss Norm Sichtweiten von 20 Metern eingehalten werden», sagt Hasler. Das heisst, der Autofahrer, der aus dem Parkplatz fährt, muss vorne an der Kante links und rechts grundsätzlich 20 Meter der Strasse sehen können. Das geht nur, wenn nicht unmittelbar neben der Ausfahrt Autos stehen und die Sicht verdecken. Hasler: «Es reicht im vorliegenden Fall aus Sicherheitsgründen nicht aus, nur gerade die Breite des privaten Parkplatzes als Ausfahrt freizumachen.»