Rosen erfreuen die Seele

Zur Eröffnung der Rosenwoche kamen die Besucher in Scharen, auch zur Rosentaufe. Die Blume heisst «Delphine», in Erinnerung an die Frau, die beim Aufräumen am Open Air gestorben ist.

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Öffentliche Rosentaufe «Delphine» mit Ernst Meier, Taufpatin Sängerin Nubya und OK-Präsident Bernhard Bischof, vor dem Rathaus (von links). (Bild: Nano do Carmo)

Öffentliche Rosentaufe «Delphine» mit Ernst Meier, Taufpatin Sängerin Nubya und OK-Präsident Bernhard Bischof, vor dem Rathaus (von links). (Bild: Nano do Carmo)

BISCHOFSZELL. «Oh, wer um alle Rosen wüsste, die rings in stillen Gärten stehn, oh, wer um alle wüsste, müsste wie im Rausch durchs Leben gehn.» Mit diesen Gedichtzeilen von Christian Morgenstern leitete OK-Präsident Bernhard Bischof seine Begrüssung an der Eröffnung der 12. Bischofszeller Rosen- und Kulturwoche ein. Die Rose erfreue die Seele, hielt Bischof fest.

Gäste aus der Rosenstadt

Zur Feier vom Samstag beim Schlossgraben – musikalisch umrahmt von der Bischofszeller Stadtmusik – kamen auch Gäste aus nah und fern. Der Thurgauer Regierungspräsident Bernhard Koch richtete Grussworte der Regierung aus. Aus der deutschen Rosenstadt Bad Nauheim sind Bürgermeister Armin Häuser und seine Frau Heike angereist. «Ein grosses Kompliment, Sie können stolz sein auf das, was Sie hier auf die Beine stellen», sagte Häuser.

Nubya als Taufpatin

Danach füllten sich die Stuhlreihen zur Rosentaufe. «Gezüchtet wurde die Edelrose vom deutschen Zuchtbetrieb Tantau», erklärte Erwin Meier vom Gartencenter Dürnten später. Die Sängerin Nubya amtete als Taufpatin. «Dass Nubya ohne Zögern zugesagt hat, obwohl sie am Nachmittag einen Auftritt in Schaffhausen hat, zeichnet sie als wunderbaren Menschen aus», sagte Bernhard Bischof. Mit ihrer wunderschönen Stimme stimmte sie mit dem Lied «How deep is the ocean» auf die Taufe ein. Rosen seien meistens Persönlichkeiten gewidmet, sagte Bischof. Eine Persönlichkeit müsse nicht grundsätzlich bekannt, jedoch speziell sein, jemand, der andere erfreuen, begeistern, beeindrucken, ja glücklich machen könne. «So wie die Person, auf deren Namen heute eine Rose getauft wird.»

Die Geschichte habe im vergangenen Sommer begonnen. Mit behutsam gewählten Worten berichtete Bischof von der jungen Frau, die vor knapp einem Jahr als freiwillige Helferin in einem Gewittersturm bei den Aufräumarbeiten nach dem Open Air Frauenfeld ihr Leben verlor. Aufgestellt, motiviert, voller Lebensfreude und besessen von Musik sei sie gewesen, beliebt nicht nur in der Familie, sondern auch bei Freunden, in ihrem ganzen Umfeld. «Die Rose soll all das in Erinnerung bringen, was diese junge Frau an Freude und Glück ausstrahlte und mit ihrer offenen, natürlichen Art auf die Menschen übertrug», führte Bischof weiter aus. «Ich taufe die Rose auf den Namen Delphine», sagte schliesslich Nubya, während sie Wasser aus der Thur über die Blumen sprengte.

Rosenprominenz

Auch eine Rose namens Nubya ist auf den vielen Roseninseln in Bischofszell zu bestaunen. Dazu noch manch andere Rosenprominenz: Heidi Klum, Kastelruther Spatzen, Mozart oder Leonardo da Vinci. Die Rosenwoche dauert noch bis 30. Juni. (cg/cor)

www.bischofszellerrosenwoche.ch