Rorschachs Herz schlägt für Jazz

RORSCHACH. Mit der zehnten Ausgabe des Oldtime Jazzfestivals diesen Freitag, 30. Oktober, schlägt Veranstalter Rolf Hofstetter erstmals eine Brücke in die Romandie. Das Tessin möchte er nächstes Jahr einbinden.

Andrea Sterchi
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Die Band Note Noire 4et pflegt einen ausgefallenen Stil. (Bilder: pd)

Die Band Note Noire 4et pflegt einen ausgefallenen Stil. (Bilder: pd)

Zehn Mal hat Rolf Hofstetter das Oldtime Jazzfestival am See jetzt organisiert. Da möchte man meinen, die Vorbereitungen liefen wie von selbst. Zumal sich am Konzept seit Beginn nichts geändert hat. Sechs bis sieben Bands spielen in den mehr oder weniger gleichen Restaurants in Rorschach. Doch zurücklehnen ist nicht Rolf Hofstetters Sache. Er will den Festivalbesuchern immer wieder einen neuen Mix verschiedener Jazzstile präsentieren und sie mit Unkonventionellem überraschen. Und er plant in die Zukunft. Dieses Jahr hat er erstmals eine Band aus der Westschweiz engagiert. «Nächstes Jahr hätte ich gerne eine aus dem Tessin», sagt er. Künftig soll immer entweder eine Band aus der Romandie oder aus der Südschweiz auftreten. «So möchte ich die Sprachgrenzen musikalisch überwinden.»

Veranstalter Rolf Hofstetter steht am Freitag selber auf der Bühne.

Veranstalter Rolf Hofstetter steht am Freitag selber auf der Bühne.

Zur Zeit Al Capones

Am nächsten Freitag, 30. Oktober, muss Rolf Hofstetter seine Rolle als Organisator erst einmal gegen jene des Musikers eintauschen. Denn mit der Festival-Gastgeberin, der River House Jazzband, spielt er selber im «Mariaberg». Die New Harlem Ramblers entführen die Zuhörer im «Englers am See» in die USA der 1930er-Jahre. Seit 1969 spielen die «alten Kämpen» – wie sie liebevoll genannt werden – den swingenden Dixieland. Im «Mozart» katapultiert die Cosa Nostra Jazz Band aus der Westschweiz die Fans ins gleiche Jahrzehnt. Jedoch nicht in den Süden der USA, sondern nach Chicago und New York. Die Band ist zwar dem New-Orleans-Jazz und Swing verpflichtet, sie weckt mit ihrer Musik aber Erinnerungen an jene Zeit, als berüchtigte Mafiabosse wie Al Capone die Prohibition mit ihren Alkohol-Imperien umgingen. Im «Seerestaurant» spielt eine Power-Dixieland-Band: die Swiss German Corporation.

Larry's Blues Band spielte schon mit Kult-Bands wie Deep Purple.

Larry's Blues Band spielte schon mit Kult-Bands wie Deep Purple.

Akkordeon mit Waschbrett

Ein Geheimtip sind die Zydecco-Playboys im «Schweizerhof». Zydecco ist ein Jazzstil, bei dem das Akkordeon und das Waschbrett im Zentrum stehen. Die Zydecco-Playboys überzeugen mit Stücken in bester New-Orleans-Tradition für Akkordeon, Drums und Waschbrett. Einen ausgefallenen Stil pflegt die Band Note Noire 4et. In der Tradition des Zigeunermusikers Django Reinhardt vereint sie ungarischer Czárdás, Valse Musette, rumänische Tänze und albanische Lieder. Das Quartett tritt im «Münzhof» auf.

Nicht im Casino von Las Vegas, sondern im «Marktplätzli» spielt Chris Conz. Seit er mit 16 als Überraschungsgast am Internationalen Boogie-Woogie-Festival in Lugano auftrat, steht er auf den Bühnen internationaler Festivals im Ausland, vor allem auch in den USA. «Bluesdoctor» Larry Schmucki ist seit über 40 Jahren mit der Larry's Blues Band auf Tour und spielte schon mit Kult-Bands wie Deep Purple oder Status Quo. Im «Haus zum Falken» tritt der Gitarrist mit Markus Fritzsche, E-Bass, Kontrabass, Gesang, und Drummer Beat Aschwanden auf.

Die Swiss German Corporation spielt im Seerestaurant.

Die Swiss German Corporation spielt im Seerestaurant.

Noch lange nicht genug

Zehn Festivals – ist es jetzt genug? Veranstalter Rolf Hofstetter winkt ab. «Ich mache weiter, so lange es mir Spass macht und die Gesundheit mitspielt.»

Das Tagblatt verlost 5×2 Eintritte: Do 29.10., 14–14.15 Uhr, 071 844 58 51