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RORSCHACHERBERG: Zweiter Anlauf nach Kranunglück

Vor einem Jahr ist ein 72-Tonnen-Kran bei Fällarbeiten ins Mühlebachtobel gestürzt. Nun werden die Arbeiten nachgeholt. Am Werk sind dieselben Spezialisten wie während des Unglücks.
Jolanda Riedener
Bild: Rudolf Hirtl

Bild: Rudolf Hirtl

Es war ein Schreckensmoment, als vor beinahe einem Jahr ein 72-Tonnen-Kran ins Rorschacherberger Mühlebachtobel krachte. Ein Pneukran mit 60 Meter langen Auslegern sicherte die Bäume, die danach von Fachleuten gefällt wurden. Dabei fiel das Gefährt ins Tobel. Verletzt wurde beim Unfall niemand. Die Feuerwehr Rorschach-Rorschacherberg musste wegen auslaufendem Dieselöl eine Ölsperre erstellen.

Die Fällarbeiten, die durch den Unfall vor einem Jahr unterbrochen wurden, werden in diesen Tagen wieder aufgenommen. Am Mittwoch starten die ersten Vorbereitungsarbeiten, ab kommendem Montag ist der Pneukran im Einsatz. «Die Vorgehensweise bleibt die Gleiche wie im vergangenen Jahr», sagt Regionalförster Raphael Lüchinger, der das Projekt koordiniert. Man habe im Vorfeld des Holzschlags 2017 alle Möglichkeiten abgewogen und sich für diese entschieden. «Es ist vergangenes Jahr eine Fehleinschätzung passiert. Das bedeutet aber nicht, dass diese nicht die beste Variante ist», sagt Lüchinger.

Raphael Lüchinger, Regionalförster Waldregion St.Gallen, koordiniert die Arbeiten im Mühlebachtobel. (Bild: pd)

Raphael Lüchinger, Regionalförster Waldregion St.Gallen, koordiniert die Arbeiten im Mühlebachtobel. (Bild: pd)

Schwierige Begebenheiten vor Ort

Es ist kein einfaches Gebiet, in dem die Arbeiten anstehen. Einerseits sei der Zugang nicht ganz einfach: Das Gebiet ist einzig durch enge Quartierstrassen erschlossen. Weiter weist die topografische Lage technische Herausforderungen auf. «Das Tobel ist steil, rundherum befinden sich Gebäude und Gartenanlagen», sagt Lüchinger. Zwei spezialisierte Forstunternehmen sowie eine Firma, die den Pneukran und Kranführer stellt, werden gemäss Projektleiter auf engen räumlichen Verhältnissen arbeiten. «Die Bäume werden mit dem Kran fixiert und heruntergestückt», sagt Lüchinger. Konkret: Die Bäume werden Stück für Stück zersägt und abgetragen. Einige werden auch direkt gefällt.

Das geerntete Holz wird von weiteren Mitarbeitern sortiert, zurechtgeschnitten und abtransportiert. Ein Grossteil werde zu Holzschnitzeln verarbeitet und für die Energiegewinnung verwendet. Der Erlös aus dem Holzverkauf fliesse in die Projektkosten. Ein weiteres Augenmerk muss das Unternehmerteam auf den Durchlass des Mühletobelbachs legen. Der Bach fliesst nördlich unterirdisch in einer Röhre weiter, die nicht durch Äste oder Holz verstopft werden darf, da sich sonst Wasser stauen könnte.

Die gleichen Profis am Werk

«Es wird für alle Beteiligten eine spezielle Situation sein», sagt Lüchinger im Hinblick auf den Unfall vor einem Jahr. Im Einsatz seien mehrheitlich die gleichen Leute wie damals: «Jeder durfte für sich entscheiden, ob er am Einsatz erneut dabei sein möchte. Alles Beteiligten sind absolute Profis auf ihrem Gebiet.»

Bild: Rudolf Hirtl
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8 Bilder

Kranbergung in Rorschacherberg



Der Auftrag für die Fällungsarbeiten ist von den verschiedenen Grundeigentümern im Gebiet Mühlebachtobel ausgegangen. «Es handelt sich hierbei nicht um ein Projekt der Waldregion», sagt Lüchinger. Diese übernehme lediglich die Koordination. Nur das Wetter könnte die Arbeiten noch verzögern: «Wind wäre nicht gut für uns oder zu viel Schnee in den Baumkronen», sagt Lüchinger.

Um die eigene Sicherheit sowie jene der Forstwarte zu gewährleisten, rät Raphael Lüchinger davon ab, die Forstarbeiten vor Ort mitzuverfolgen. «Wenn überhaupt, sollte der Holzschlag aus der Ferne beobachtet werden», sagt Lüchinger.

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