RORSCHACHERBERG: «Wir sind keine Störenfriede»

Das von der SVP lancierte Petitionskomitee «Für unser Wahrzeichen am Berg» will das traditionelle Gemeindewappen zurück. Bislang wurden über 600 Unterschriften für das Wappen gesammelt.

Perrine Woodtli
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Das moderne Logo der Gemeinde Rorschacherberg existiert bereits seit über zwei Jahren. Dennoch sorgt das Signet immer noch für rote Köpfe. Weil einige Bürger es nicht hinnehmen wollen, dass das ursprüngliche Gemeindewappen durch ein neues Signet ersetzt wurde, hatte die SVP-Ortspartei Rorschacherberg im April das Petitionskomitee «Für unser Wahrzeichen am Berg» lanciert («Tagblatt»-Ausgabe vom 19. April). Seither sammeln die Mitglieder Unterschriften. Co-Präsident der SVP Sven Rohner betont im Namen des Komitees: «Wir sammeln nicht gegen das geschichts- und gesichtslose ‹moderne› Gemeindelogo. Wir sammeln Unterschriften für unser traditionelles Gemeindewappen.» Das Ergebnis sei bis dato «sehr motivierend», sagt er. Über 600 Unterschriften seien bereits zusammengekommen.

Keine Zwängelei oder Provokation

Das Petitionskomitee sei «überwältigt von so viel Interesse, Zuspruch und Begeisterung», sagt Rohner. «Die breite Zustimmung am Berg, aber auch die Unterstützung sowie die Unterschriften aus den anliegenden Gemeinden zeigen uns, wie wichtig diese Petition ist.»

Nebst Zuspruch weht dem Petitionskomitee aber auch regelmässig ein harter Wind entgegen. «Das Aufbegehren gegen den damaligen Entscheid, ein Stück Identität durch ein 08/15-Logo zu ersetzen, ist weder Zwängelei noch ist es ein provokantes Störgeräusch der SVP», betont Rohner. Die Petitionäre seien keine Störenfriede oder Gemeindekritiker per se. «Es ist eine Herzensangelegenheit von uns allen und auch unsere Pflicht, all jenen eine Stimme zu geben, die mit der Aktion der Gemeinde nicht einverstanden sind.»

Das Komitee wird die Unterschriftenaktion noch bis ins kommende Jahr weiterziehen. «Die Katze aus dem Sack gelassen haben wir an der vergangenen Bürgerversammlung. Wir planen daher eine Präsentation der Ergebnisse und Unterschriften auf die Bürgerversammlung 2018 hin», sagt Rohner.

Wappen vor allem wieder auf Amtspapieren

Das Petitionskomitee «Für unser Wahrzeichen am Berg» hat klare Ziele: Vor allem auf offiziellen Amtspapieren wie Abstimmungsunterlagen, Heimatscheinen sowie auf Wohnsitzbestätigungen und Grundbuchauszügen soll wieder das ursprüngliche Wappen verwendet werden. Weiter sollen auch die Ortseingangstafeln und Strassenschilder in den Quartieren wieder mit dem Wappen versehen werden.

Das Komitee glaube durchaus daran, dass man etwas mit der Petition erreichen könne. «Wer will, der kann», sagt Rohner. «Die Verantwortlichen sollen sich folgende Fragen stellen: Was kostet den Gemeinderat mehr? Ein Kurswechsel im Sinne der Petition oder ein Vertrauensverlust vieler Wähler, da ihre Wünsche nicht ernstgenommen werden?» Ein Teil der Bürgerschaft fordere ein Bekenntnis zu ihrem Gemeindewappen ein und bezeuge dies mit Hunderten Unterschriften, sagt Rohner. «Unserer Meinung nach wäre keine Reaktion wohl die schlechtestmögliche Reaktion.»

Perrine Woodtli

redaktionot@tagblatt.ch