RORSCHACHERBERG: Start in die Zukunft

166 frischgebackene Kaufleute feiern ihren Lehrabschluss. Es ist der Abschluss eines Lebensabschnitts – und zugleich der Start in die berufliche Zukunft.

Gerhard Huber
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Die Besten der Besten ihres Jahrgangs: Marco Grünenfelder mit einem Notendurchschnitt von 5,5, Anjally Rjathurai mit 5,6 und Lea Frischknecht mit 5,4. (v. l.). (Bild: Ulrike Huber)

Die Besten der Besten ihres Jahrgangs: Marco Grünenfelder mit einem Notendurchschnitt von 5,5, Anjally Rjathurai mit 5,6 und Lea Frischknecht mit 5,4. (v. l.). (Bild: Ulrike Huber)

Gerhard Huber

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Rektor Rolf Grunauer vom Berufs- und Weiterbildungszentrum Rorschach-Rheintal machte in seiner Rede am Dienstag den Schülern ein Riesenkompliment: «Ich bin zuversichtlich und habe grosse Hoffnung in die Zukunft unseres Landes. Denn die jungen Leute, die ich da sehe, übernehmen Verantwortung und engagieren sich, sie sind kritisch und trauen sich zu widersprechen. Sie sind tolerant, respektvoll und lernfreudig.»

Was im völligen Gegensatz steht zu dem Bild, das bereits die griechischen Philosophen Sokrates und Hesiod von der Jugend prägten, indem sie diese als unerträglich, rücksichtslos und altklug bezeichneten. Nein, offensichtlich ist die heutige Jugend, sind die 166 jungen Kauffrauen und Kaufmänner, die in der Mehrzweckhalle Rorschacherberg mit Lehrern, Ausbildnern, Eltern und Freunden ihren erfolgreichen Lehrabschluss oder die erfolgreiche Berufsmaturität feiern durften, aus einem anderen Holz geschnitzt. Denn dank ihrer Leistungsbereitschaft und ihrem Willen haben sie sich alle erfolgreich beruflich qualifiziert und das eidgenössische Fähigkeitszeugnis, den eidgenössischen Berufsmaturitätsausweis oder das eidgenössische Berufsattest erhalten. Und dies durchwegs mit erfreulichen Noten. So betrug der Durchschnitt im B-Profil 4,6, im E-Profil 4,8 und auch bei der Berufsmaturität 4,8. Für die besten Noten wurden Lea Frischknecht aus Altstätten mit einem Schnitt von 5,4, Marco Grünenfelder aus Diepoldsau mit 5,5 und Anjally Rajathurai aus Altstätten mit 5,6 ausgezeichnet.

Übergang in Berufslehre als mehrfacher Kulturschock

«Der Übergang von der Sekundarschule in die Berufslehre war schon ein mehrfacher Kulturschock», erzählte Sandra Brander aus Berneck, der die Ehre zugekommen war, die Abschlussrede der Schüler zu halten. «Kein freier Nachmittag mehr, keine Ferien mehr, beruflich ins kalte Wasser geworfen.» Doch sie habe bei der Gemeindeverwaltung Berneck schnell schwimmen gelernt. Genauso wie Deutsch, Französisch, Wirtschaft und all die anderen Fächer. «Wie meine Mama immer sagt: Was du einmal gelernt hast, kann man dir nicht mehr wegnehmen.» Und die Berufsmaturandin schloss mit einem Aufruf an ihre Kolleginnen und Kollegen: «Findet im Beruf etwas, das euch begeistert, das ihr gerne macht und in dem ihr Erfüllung findet.»

Tipp für die Absolventen: Niemals stehen bleiben

Auch Philipp Müller als Leiter der Lehrgänge für kaufmännische Berufe streute seinen Absolventen Rosen, indem er ihnen bescheinigte, in den vergangenen drei Jahren neben dem normalen Lernstoff auch ein grosses Mass an Selbstständigkeit, Sozialkompetenz, Flexibilität und Teamfähigkeit erworben zu haben. Damit eine kaufmännische Grundausbildung und das Rüstzeug auch für Berufe, die es heute vielleicht noch gar nicht gibt. «Ihr dürft aber niemals stehen bleiben. Sondern müsst immer den nächsten Schritt in die Zukunft wagen.» Anschliessend an die eigentliche Abschlussfeier, die von der Band Asip mit den beiden Rheintaler Popsängerinnen Tabea und Yael Dietsche musikalisch perfekt begleitet wurde, gab es für die insgesamt mehreren Hundert Teilnehmer der Feierlichkeit noch einen Apéro. Zeit und Gelegenheit, das Erlebte Revue passieren zu lassen und Verabredungen für die Ferienzeit zu treffen.