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RORSCHACHERBERG: «Nicht ohne unser Wappen»

Nächste Runde im Streit ums Gemeindelogo: Die SVP will das moderne Signet verbannen und das alte Wappen pflegen. Dazu lanciert sie eine Petition. Die Meinungen der anderen Parteien gehen auseinander.
Linda Müntener
Daumen hoch fürs traditionelle Gemeindewappen, Daumen runter fürs neue Gemeindelogo: Mit diesen Plakaten rührt das Petitionskomitee die Werbetrommel. (Bild: Rudolf Hirtl)

Daumen hoch fürs traditionelle Gemeindewappen, Daumen runter fürs neue Gemeindelogo: Mit diesen Plakaten rührt das Petitionskomitee die Werbetrommel. (Bild: Rudolf Hirtl)

Linda Müntener

linda.muentener@tagblatt.ch

Normalerweise zieren Köpfe die Wahlplakate in Rorschacherberg. Bei den Exemplaren, die derzeit im Dorf zu sehen sind, stehen ­jedoch zwei Smileys im Vordergrund. Daumen hoch fürs traditionelle Gemeindewappen, Daumen runter fürs moderne Gemeindelogo. Letzteres gefällt nicht allen Einwohnern. Der SVP am wenigsten. Co-Parteipräsident Sven Rohner hat bereits an der Bürgerversammlung angekündigt, Unterschriften gegen das Signet zu sammeln (Ausgabe vom 7. April). Jetzt macht die SVP ernst. Sie hat das Petitionskomitee «Für unser Wahrzeichen am Berg» ins Leben gerufen. Ziel: «Das Gemeindelogo soll nicht länger als gesichts- und geschichtsloser Ersatz für unser geschätztes Wahrzeichen stehen.»

Die Bürger konnten nicht mitgestalten

Das Signet gibt im Dorf seit langem zu reden. Ende 2014 wurde das neue Logo eingeführt. Damit wollte der Gemeinderat den Auftritt der Gemeinde aufpeppen. Für die Gestaltung hatte er bei drei Büros Vorschläge eingeholt. Das historische Wappen und ein moderner Schriftzug passten nicht zusammen, sagte Gemeindepräsident Beat Hirs damals. So fiel die Wahl auf die abstrakte Form. Ein verschiedenfarbiger Balken ziert anstelle des traditionellen Wappens nun Briefpapier und Mitteilungsblatt der Gemeinde. Das Thema wurde 2016 im Wahlkampf wieder aufgegriffen, weil das Logo erstmals auch auf Fahrzeugen der Gemeinde auftauchte. «Ein kommunales Bekenntnis zur Moderne, Globalisierung, Corporate Identity und Standortmarketing in allen Ehren», schreibt das Petitionskomitee. «Aber nicht ohne unser Gemeindewappen anno 1304.»

Das Komitee kritisiert ausserdem, dass die Bürgerinnen und Bürger im Gestaltungsprozess nicht nach ihrer Meinung gefragt wurden. «Nun äussert sich ihr Befinden über diese Entscheidung der Gemeinde öffentlich, mit Erleichterung und Nachdruck.» Dem Komitee gehören laut Mitteilung nicht nur SVP-Mitglieder, sondern auch junge und alte Bürger sowie Unternehmer an. Diese schätzen ihr Wappen. Dieses «traditionelle Stück Kultur und Heimatgefühl» soll auch in der Zukunft gepflegt werden. Mit der Unterschriftensammlung will das Komitee dem Rat aufzeigen, das es eine «überwältigende Anzahl Befürworter» gebe, die «ihre Befremdung zum Ausdruck bringen möchte». Denn zum Erfolg komme man nur gemeinsam.

FDP und SP sehen keinen Handlungsbedarf

Dieses Vorgehen stösst bei den anderen Ortsparteien auf wenig Verständnis. «Die Entscheidungskompetenz liegt in diesem Fall klar beim Gemeinderat», sagt Roland Vogel, Präsident der FDP Rorschacherberg. Dies sei in der Gemeindeordnung festgehalten. Die FDP sehe daher keinen Handlungsbedarf. Sie stehe hinter dem Entscheid des Gemeinderats. Ob das Logo gefällt oder nicht, sei Geschmacksache. «Ich finde es sehr schön», sagt Vogel. Andere Verwaltungen, allen voran jene der Stadt St. Gallen, verwenden ebenfalls ein modernes Logo für ihre Korrespondenzen. So oder so verschwinde das historische Rorschacherberger Wappen nicht gänzlich aus dem Dorf. «Auf den Fahnen vor dem Rathaus ist es immer noch an prominenter Stelle zu sehen.»

In der SP Rorschach Stadt am See hat man den Logoknatsch nicht diskutiert. «Ich persönlich bin aber der Ansicht, dass man eine solche Entscheidung dem Gemeinderat überlassen kann», sagt Parteipräsident Peter Bu­schor. Einen gewissen gestalterischen Spielraum sollte man der Behörde einräumen. Buschor gibt zu bedenken, dass das Rorschacherberger Wappen, anders als etwa das Goldacher, aufgrund seines Sujets nicht einfach grafisch zu abstrahieren sei. «Das Logo jetzt wieder zu ändern, wäre übertrieben», sagt Buschor. «Zumal ein solches nicht ewig gilt.» Eine Verwaltung ändere ihr Erscheinungsbild in der Regel alle zehn bis fünfzehn Jahre. Von einem «wachsenden Unmut» oder Widerstand, wie das Petitionskomitee schreibt, wissen die beiden Parteipräsidenten indes nichts.

Der Vorstand der CVP Rorschacherberg werde noch besprechen, ob die Partei das Vorhaben der SVP unterstütze oder nicht. «Grundsätzlich bevorzugen wir aber ebenfalls das traditionelle Wappen», sagt Ortsparteipräsident Philipp Limacher. «Mit dem neuen, abstrakten Logo geht ein Stück Identität verloren.»

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