RORSCHACHERBERG: Marroni-Plantage gedeiht prächtig

In Rorschacherberg wurde im Januar erstmals nördlich der Alpen im grossen Stil angebaut. Bei den 151 Edelkastanien setzt Filipp Fässler in Zusammenarbeit mit der Fachstelle Obstbau des Kantons auf biologische Schädlingsbekämpfung.

Rudolf Hirtl
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Eine Lockstofffalle wird zur Schädlingsbekämpfung und zur Ermittlung von Insekten verwendet. (Bild: Rudolf Hirtl oceandesign@bluewin)

Eine Lockstofffalle wird zur Schädlingsbekämpfung und zur Ermittlung von Insekten verwendet. (Bild: Rudolf Hirtl oceandesign@bluewin)

RORSCHACHERBERG. Richard Hollenstein vom Landwirtschaftlichen Zentrum und der Goldacher Gemüseproduzent Filipp Fässler sind zufrieden beim Gang durch die Plantage in der der Bleiche. Die Sorten Marigoule und Marsol haben sich prächtig entwickelt. Wo im Januar noch nackte Schösslinge standen, wiegen sich nun bereits kleine Bäumchen mit den für Marroni typischen ovalen, gezackten Blättern im Wind.

Gut auf Schnitt reagiert

Mitentscheidend für die gute Entwicklung der Bäume ist der richtige Schnitt. «Die Edelkastanien haben wunderbar auf den Ausschnitt regiert. Schöner geht es fast nicht», sagt Hollenstein. Aktuell steht die Schädlingsbekämpfung auf dem Programm. Die gepflanzten Marronibäume sind zwar robust, doch der Kastanienwickler und Pilzkrankheiten können dennoch auftreten.

Konsumenten informieren

Fässler und Hollenstein setzen auf biotechnische Massnahmen. Sie haben eine Lockstofffalle (auch Pheromonfalle genannt) angebracht. Damit kann eine eventuelle Schädlingspopulation rechtzeitig erkannt und mit mehr Fallen bekämpft werden. Die männlichen Insekten folgen den Lockstoffen, die von Weibchen abgegeben werden, und bleiben am Klebstoff hängen. «Es ist wichtig, den Konsumenten zu zeigen, dass wir hier biotechnischen Pflanzenschutz betreiben. Nur so finden unsere Marroni auf dem Markt auch eine Akzeptanz», sagt Fässler.

Auf der «Bleichi» in Rorschacherberg wachsen seit Januar über 150 junge Marronibäumchen. Die erste Ernte ist in zwei bis drei Jahren zu erwarten. (Bilder: Rudolf Hirtl)

Auf der «Bleichi» in Rorschacherberg wachsen seit Januar über 150 junge Marronibäumchen. Die erste Ernte ist in zwei bis drei Jahren zu erwarten. (Bilder: Rudolf Hirtl)