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RORSCHACHERBERG: "Bei starkem Wind sind Gleitschirme nicht mehr kontrollierbar"

Am Donnerstag kurz nach 17.30 Uhr ist ein 56-jähriger Gleitschirmflieger am Rorschacherberg abgestürzt. Er wurde dabei schwer verletzt. Der Hang gilt als leicht zu fliegen. Doch der Mann habe fahrlässig gehandelt.
Rudolf Hirtl
Bild: Rudolf Hirtl

Bild: Rudolf Hirtl

In der Nähe vom Rossbüchel in Eggersriet, im Weiler Büchel, steht ein Windsack und eine Startgebührkasse, wo pro Flug drei Franken einzuwerfen sind. Dort, mit herrlichem Blick auf den Bodensee, starten die Piloten mit ihren Gleitschirmen, auch Paragleiter genannt. So auch am späten Donnerstagnachmittag ein 56-jähriger Gleitschirmflieger. Er wurde beim Landeanflug von einer Windböe erfasst, prallte in die Mehrzweckhalle Rorschacherberg und stürzte aus einer Höhe von rund 20 Metern ab. Er zog sich dabei laut Kantonspolizei St.Gallen schwere Verletzungen zu und musste ins Spital gebracht werden. Laut Kapo-Mediensprecher Florian Schneider handelt es sich um einen erfahrenen Piloten mit sehr vielen Flugstunden. Wieso der Mann trotz der heiklen Wetterbedingungen gestartet ist, konnte noch nicht eruiert werden, da der schwerst verletzte Mann bis anhin noch nicht habe befragt werden können. «Das Thema Wetter und Flugbedingungen wird aber im Rahmen der Untersuchungen sicher auch Thema sein», so Schneider.

Hört man sich in der Szene um, so wird der Hang zwischen der Eggersrieter Höhe und dem Bodensee bei regulären Bedingungen als leicht eingestuft, ein Flug dort stellt keine besonderen Schwierigkeiten dar. Nach dem Start geht's erst mal über den Wald, wobei bei idealen Bedingungen der Nordwestwind laminar ist; heisst, die Flugströmungen sind stabil, ohne Turbulenzen. Zwischen Autobahn und Wald sind die Soaringbedingungen gemäss erfahrenen Piloten ausgezeichnet. Durch Hangaufwind gewinnt der Gleitschirm dort allmählich Höhe. Ein Genuss für jeden Gleitschirmpiloten, weil so längere Flüge möglich sind. Gelandet wurde früher oft auf den grossen Wiesen am Rorschacher Seeufer. Heute darf dieses Gebiet ohne Flugfunk und Freigabe des Towers beim Airport St.Gallen-Altenrhein nicht angeflogen werden, weshalb die Landung meist oberhalb des Lehrerseminars erfolgt.

Fluggemeinschaft Alpstein pflegt Start- und Landeplätze

Die Fluggebietsbetreuung in den Regionen Rorschacherberg Alpstein, Chäserrugg, Vorderland und St. Anton hat seit Jahren die Fluggemeinschaft Alpstein (FGA) inne. Daniel Graf, bei der FGA für die Pflege der Verträge mit den Eigentümern von Start- und Landeplätzen zuständig, ist selber auch schon am Rorschacherberg geflogen.

Daniel Graf

Daniel Graf

Auch er bezeichnet den Hang als problemlos. Er räumt aber ein, dass er bei Bedingungen, wie sie gestern nach 17 Uhr geherrscht hätten, keinesfalls geflogen wäre. «Bereits um fünf Uhr waren die Winde stark und das Gewitter ist dann auch sehr schnell aufgezogen.» Der Absturz aus verhältnismässig geringer Höhe lasse daraus schliessen, dass Turbulenzen Auslöser waren, zumal diese durch Hindernisse in Bodennähe noch verstärkt würden. «Ab Windgeschwindigkeiten von 60 Kilometern pro Stunde sind Gleitschirme nicht mehr kontrollierbar. Man fliegt dann im schlimmsten Fall rückwärts, weil einem der Wind wegdrückt.» Trotzdem, so Graf weiter, sei Gleitschirmfliegen heute bei normalen Bedingen ein absolut sicherer Sport. Unter der Bedingung, dass die Ausrüstung im gutem Zustand sei und die Piloten eine Ausbildung absolviert hätten. Diese sei heute Pflicht und schwarze Schafe gebe es kaum mehr.

Landegebühr bei Bergbahnen eingerechnet

Um die Kosten zu decken, wurden bis November 2014 Landekarten herausgegeben. Aufgrund der administrativen Aufwände haben die Bergbahnen dann entschieden, die Landegebühren direkt auf die Billettpreise für Gleitschirmpiloten zu schlagen. Diesen Aufschlag bezahlen die Bergbahnen dann in den Pott der FGA, womit die Mieten für Start- und Landeplätze bezahlt werden. Eine Besonderheit ist da laut FGA-Präsidentin Rosi Forrer der Startplatz über dem Rorschacherberg. Weil dieser mit keiner Bergbahn erschlossen sei, werde er mitfinanziert.

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