RORSCHACHERBERG: Alterssiedlung plant die Zukunft

Hat eine Alterssiedlung Zukunft? Die Genossenschaft in Rorschacherberg glaubt daran. Nun prüft sie, einen Teil der Siedlung so umzubauen, dass sie grössere Alterswohnungen anbieten kann.

Fritz Bichsel
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Für die Alterssiedlung an der Wiesenstrasse wird geprüft, kleine Wohnungen zu grösseren zusammenzulegen. (Bild: Fritz Bichsel)

Für die Alterssiedlung an der Wiesenstrasse wird geprüft, kleine Wohnungen zu grösseren zusammenzulegen. (Bild: Fritz Bichsel)

Fritz Bichsel

redaktionot@tagblatt.ch

Die 46 Wohnungen der Siedlung an der Wiesenstrasse sind alle vermietet. Wohnen in altersgerecht ausgestatteten Räumen in einem ruhigen Quartier; Gemeinschaft bei Aktivität, am Mittagstisch oder bei Anlässen; auf Wunsch im Pflegeheim PeLago nebenan essen; Verbindung dorthin bei medizinischen Notfällen: Das bleibt gefragt. Doch es zeigt sich immer öfter: Auch Einzelpersonen, die in eine Alterswohnung wechseln, wünschen sich heute mehr als 11/2 Zimmer.

Dazu stellte sich der Verwaltungsrat der Genossenschaft grundsätzliche Fragen zur Zukunft der Alterssiedlung. Betreutes Wohnen wäre eine Alternative. So könnten auch nicht mehr ganz selbstständige Bewohner bleiben oder kommen. Auf eine solche Neuausrichtung verzichtet der Rat aber. Präsidentin Jolanda Dörig nennt dafür zwei Hauptgründe: Ein solches Angebot gebe es in Rorschacherberg bereits mit dem Haus zum Seeblick (Altersheim). Und es wäre nebst Personal auch professionelle Verwaltung nötig. «Günstig, wie die Statuten vorgeben und wie wir arbeiten dank Freiwilligen in der Verwaltung und bei Anlässen, könnte die Alterssiedlung dann nicht mehr sein.» Alters- und Familienwohnungen kombinieren, ist ein anderer Trend. Dafür sind die Wohnungen aber zu klein. Und baulich drängt sich keine grundlegende Neuerung auf, weil die Genossenschaft das Haus gut unterhalten und mit weiteren altersgerechten Einrichtungen ergänzen liess. Der Verwaltungsrat hält aus diesen Gründen an einer vereinzelt auch für jüngere Leute offenen Alterssiedlung fest und prüft, ob er den Wunsch nach grösseren Wohnungen erfüllen kann. Dazu holt er Vorschläge ein, wie von freiwerdenden Kleinwohnungen ein Teil zusammengelegt werden könnte und allenfalls dank eines Anbaus gleich viele Wohnungen möglich wären – ohne dass Boden vom schönen Garten beansprucht würde. Solche Pläne erarbeitet das Architekturbüro Bereuter in Rorschach, das bereits den Bau der Siedlung projektierte. Präsidentin Jolanda Dörig rechnet damit, dass die Genossenschafter gegebenenfalls 2018 über die Projektierung und 2019 über den Bau und den Kredit entscheiden können.

«Möglichst preisgünstige Wohnungen für die betagten Einwohner»: Dieses Ziel konnten die Initianten in Freiwilligenarbeit erreichen mit dem Bezug der Alterssiedlung vor 33 Jahren. Das ermöglichten die Bevölkerung und die Gemeinde mit Genossenschaftskapital und der Bund mit damals günstigen Darlehen. Der Bund schrieb dafür vor, dass nebst einigen 21/2-Zimmer-Wohnungen für Paare hauptsächlich 11/2 Zimmer-Wohnungen gebaut werden. Das ist inzwischen nicht mehr zeitgemäss. Ein Umbau für grössere Wohnungen müsste heute ohne Bundeshilfe finanziert werden. Trotzdem sollen die Wohnungen «nicht viel teurer werden», sagt die Präsidentin.