Rorschacher Suite im Icehotel

Jukkasjärvi liegt in Nordschweden, wo die Sonne im Winter nie aufgeht. Jeden Winter schaffen Künstler aus aller Welt hier das weltbekannte Icehotel. Dieses Jahr gestaltet Urs Koller die Suite «Prime Mate» mit.

Corina Tobler
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Die Suite «Prime Mate», die Urs Koller zusammen mit der Schwedin Ulrika Tallving gestaltete. (Bild: Paulina Holmgren)

Die Suite «Prime Mate», die Urs Koller zusammen mit der Schwedin Ulrika Tallving gestaltete. (Bild: Paulina Holmgren)

RORSCHACH/JUKKASJÄRVI. Den ganzen Tag lang Nacht und Temperaturen von bis zu minus 55 Grad Celsius. Und bei diesen Bedingungen auch noch arbeiten? Für den Rorschacher Künstler und Kopf hinter dem Sandskulpturenfestival Urs Koller ist das kein Muss, sondern die Erfüllung eines langgehegten Wunsches.

Mehrere hundert Bewerber

«Ich wollte schon lange gerne am Icehotel mitarbeiten. Im vergangenen Jahr hat mich die Schwedin Ulrika Tallving, die ich in St. Petersburg kennenlernte, gefragt, ob ich mit ihr eine Suite gestalten wolle. Damals verpassten wir die Anmeldefrist. Nun hat's aber geklappt. Damit geht für mich ein Traum in Erfüllung», freut sich Koller. Er ist einer von 40 Künstlern, die aus mehreren 100 Bewerbern den Zuschlag für die Arbeit am weltbekannten Hotel erhielten, das jedes Jahr Zehntausende Touristen in den hohen Norden lockt.

Spezialanzüge für die Arbeit

Koller ist seit Jahren als Sand- und im Winter als Eiskünstler tätig. Doch die mehrwöchige Arbeit nördlich des Polarkreises und bei Temperaturen im zweistelligen Minusbereich wird für ihn eine ganz neue Erfahrung. «Wir arbeiten mit Spezialanzügen und speziellen Schuhen, die wir über die normalen anziehen können. Diese Kleidungsstücke werden für jeden Künstler einzeln angefertigt.»

Damit ihm und Ulrika Tallving nicht zu kalt wird, haben sie sich für ihre Suite ein schwülfeuchtes Thema ausgesucht. «Wir bauen eine Regenwaldsuite, mit Bananenblättern und Früchten aus Eis, die ich mit LED-Lampen farbig hinterleuchte. Dazu kommt natürlich, den Vorgaben entsprechend, das Bett, auf dem man übrigens sehr gut schläft», verrät Urs Koller. Die Suite wird «Prime Mate» heissen. Für den Schlafkomfort und Wärme mitten im Eis sorgen eine Isolierschicht, Rentierfell und eine warme Decke auf dem Eis.

Nordlichter als Entschädigung

Die Vorbereitungen für den eisigen Touristenmagnet laufen seit Monaten. «Damit genügend Eis vorhanden ist, muss man die Eisblöcke schon im Frühling aus dem Fluss Torne ziehen und den Sommer über lagern. Jetzt werden sie bis Mitte Dezember zum Hotel verbaut», sagt Urs Koller. Als Lohn für die Arbeit in der Kälte gibt's nicht nur eine finanzielle Entschädigung, sondern auch die Aussicht auf spektakuläre Polarlichter, die in Jukkasjärvi zu beobachten sind. «Ich habe das noch nie live gesehen und freue mich riesig darauf.»