RORSCHACH: Widerstand gegen «Rorschach – da isch Musig»

Heute startet in Rorschachs Innenstadt die diesjährige Ausgabe der Konzertreihe «Rorschach – da isch Musig». Freude daran haben jedoch nicht alle. Beim Stadtrat ging eine schriftliche Beschwerde ein.

Mattia Lorenzi
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Die Sonne brennt auf Passanten nieder, der strahlend blaue Himmel wird nur kurzzeitig von vorüberziehenden Wolken bedeckt – der Sommer ist in Rorschach angekommen. Es scheint, spaziert man den Strassen des Stadtkerns entlang, als schöpften viele Leute mit Ankunft der Sommermonate neue Vitalität. Nicht nur die Menschen, auch das Stadtleben erwacht und lässt die winterliche Melancholie hinter sich.

Internationale Künstler und kritische Anwohner

Heute startet die diesjährige Ausgabe der Konzertreihe «Rorschach – da isch Musig». Jeweils von 19 bis 22 Uhr veranstalten Bars und Restaurants der Stadt Livekonzerte mit Vertretern ­verschiedener musikalischer Stilrichtungen. So locken die «Münzhofbar.ch», die «Baja Beach Bar», das «Stars and Stripes» und der «Fuchsschwanz» heute Abend mit einem Programm von Pop bis Rock, während das «Treppenhaus» mit Singer–Songwritern besticht. Der «Schweizerhof» bedient sich der Genres Soul, Blues, Country und Rock ’n’ Roll. An vier Daten bietet sich Besuchern die Gelegenheit, Artisten aus der ganzen Welt spielen zu sehen. Darüber freuen sich ­jedoch nicht alle. Niklaus Looser, ehemaliger Veranstalter der «Konzerte im Pavillon» und Anwohner des Marktplatzes, beschwerte sich beim Stadtrat. «Ich bin als Musiker klar für die Durchführung solcher Veranstaltungen. Das Problem ist nicht, dass sie stattfinden, sondern wie dies geschieht.»

Die Musik sei zu laut und obwohl die Konzerte nur bis 22 Uhr dauern, halte der Lärm noch weiter an, da nicht jeder sofort nach Hause gehe. In den umliegenden Wohnungen sei es nicht mehr möglich, in Ruhe zu schlafen. Kritisch, sagt Looser, da teils gearbeitet werden müsse am nächsten Tag. Er wünsche sich bessere Kontrollen betreffend die Einhaltung der Reglemente solcher Events. «Toleranz bedeutet, auf alle Rücksicht zu nehmen. Dazu gehören auch die Anwohner.» Der Stadtrat hat die Beschwerde abgewiesen. Er ist der Meinung, dass der Anlass das kulturelle Leben Rorschachs bereichere.

Mattia Lorenzi

mattia.lorenzi@tagblatt.ch

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