RORSCHACH: Stufen steigen statt Knopf drücken

Statt das Panorama herauf- oder herabsausend zu geniessen, mussten Anwohner die 25 Meter Höhendifferenz zwischen Hauptbahnhof und Bushaltestelle Promenadenstrasse bis gestern steigend überwinden.

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Gleich zu viert besteigen die Techniker den defekten Panoramalift, um ihn zu reparieren. (Bild: Janina Gehrig)

Gleich zu viert besteigen die Techniker den defekten Panoramalift, um ihn zu reparieren. (Bild: Janina Gehrig)

Schon wieder dieses Plakat mit der roten Schrift, das einem ankündigt, die Stufen zu steigen, statt den Knopf zu drücken: Lift ausser Betrieb. Seit letztem Mittwoch hievt der Lift keine Fussgänger mehr vom Rorschacher Hauptbahnhof zur Bushaltestelle Promenadenstrasse hinauf. Anwohner ärgern sich. «Dass der Lift ausfällt, kommt recht häufig vor», sagt einer von ihnen. Zudem erhalte man keine Informationen darüber, wie lange der Ausfall anhalte. «Eine Reparatur dauert doch nur ein paar Stunden, warum fällt der Lift tagelang aus?», fragt er.

Ein Aufzugsseil war kaputt

Roger Böni, Rorschachs Stadtschreiber, beschwichtigt. Der Lift sei seit gestern, am späten Nachmittag, wieder in Betrieb. Es habe sich um einen technischen Defekt gehandelt. «Eines der elf Aufzugsseile war kaputt», sagt er. Weil die Techniker zuerst abklären mussten, wie sie das Seil ersetzen könnten, habe es einige Tage gedauert. Damit ist die Sache aber nicht erledigt. «Eigentlich sollte das nicht passieren», sagt Böni. Deshalb seien weitere Untersuchungen nötig. Eine Gefahr bestanden habe für die Liftfahrer nicht – schliesslich ist die Kabine an zehn weiteren Seilen aufgehängt.

Böni wehrt sich gegen den Vorwurf, der Lift falle ständig aus. Schliesslich bewältige der Aufzug rund 1000 Bewegungen pro Tag. «Das ist ein hoher Verschleiss, weshalb sich der Unterhalt intensiv gestaltet», sagt Böni. Monatlich werde ein Service durchgeführt. Dabei fällt der Lift für ein paar Stunden aus. Im Rahmen der Wartungsarbeiten sei der Defekt auch aufgefallen.

Seit er im Amt sei, also seit eineinhalb Jahren, handle es sich hier aber um die erste grössere Panne. Für unangenehme Fahrten sorgte der Lift, der seit fünf Jahren in Betrieb ist, im Jahr 2014. Gleich zweimal musste die Feuerwehr ausrücken, um Personen zu befreien, die im Lift stecken geblieben waren.

Janina Gehrig

janina.gehrig@tagblatt.ch