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RORSCHACH: Startprojekt der Wende am Ziel

Die Bevölkerung kann morgen das vollendete Stadtwald-Quartier in Rorschach besichtigen. 15 Jahre nach dem Auszug der Alcan aus ihrer Fabrik sind 28 000 Quadratmeter radikal neu genutzt.
Fritz Bichsel
Das Stadtwald-Quartier mit neuen Hochhäusern, neuem Wohn-/Gewerbehaus (im Vordergrund) und umgebauter Alcan-Halle mit Glasdach. (Bild: Hardy Buob)

Das Stadtwald-Quartier mit neuen Hochhäusern, neuem Wohn-/Gewerbehaus (im Vordergrund) und umgebauter Alcan-Halle mit Glasdach. (Bild: Hardy Buob)

Bewohner, Eigentümer und die Stadt Rorschach laden nach Abschluss dieses Grossprojekts morgen Samstag zum Tag der offenen Türen. 260 Wohnungen, einige tausend Quadratmeter Gewerbeflächen und Tiefgaragen sowie ein Park mit gut 300 Bäumen sind entstanden. Das alles fand Platz anstelle der nach Goldach verlegten Fabrik der Alcan (inzwischen Amcor).

Das Unternehmen konnte in der einst am Stadtrand errichteten, aber von Siedlungen eingeholten Fabrik nicht mehr wachsen. Vor 25 Jahren kündigte es den vollständigen Rückzug aus Rorschach an. Die Stadt hoffte auf Umnutzung für Wohnen und Gewerbe. Aber es bewegte sich nichts. Die ab 2001 leere Fabrik wurde zum Symbol für Stillstand der Stadt. Treibende Kraft für die Umnutzung war der Rorschacher Architekt Hans Bereuter, zuerst mit dem Umbau für Schulen (siehe Tagblatt von gestern). Er erarbeitete einen Plan für eine neue Nutzung weiterer Gebäude und spannte mit der Ostschweizer Thoma Immobilien AG als Mitinvestorin zusammen.

Über viele Ideen zum Hochhäuserprojekt

In der alten Karte ist im Quartier erst die Fabrik Baum (ab 1924 Aluminiumwerke) sichtbar. Pestalozzischulhaus und -strasse gab's noch nicht. (Bild: Karte: Swisstopo (Rorschach, 1902))

In der alten Karte ist im Quartier erst die Fabrik Baum (ab 1924 Aluminiumwerke) sichtbar. Pestalozzischulhaus und -strasse gab's noch nicht. (Bild: Karte: Swisstopo (Rorschach, 1902))

Gleichzeitig gab die Nestlé angrenzend ihre alte Frisco-Findus-Fabrik nördlich der Bahnlinie auf. Neu plante sie ein Hochhaus. Unter neuer Leitung wurde nun die Stadt aktiv. Zusammen mit Nachbargemeinden gab sie eine Studie zu Hochhaus-Standorten in Auftrag. Diese ergab, dass sich dafür nicht das Nestlé-, sondern das Alcanareal eignet. Hans Bereuter nahm das auf. Die von ihm und der Thoma AG gegründete Selectivbau AG kaufte beide Areale: von der Alcan für den Bau von drei Hochhäusern im grossen Nordteil sowie neue Nutzung der umgebauten Halle und das neue Wohn- und Gewerbehaus Primavera im Südteil; von der Nestlé, zur Umnutzung unter anderem für den Indoor-Spielplatz, die Kornhausbräu und das Zustellzentrum der Post.

Die von Siedlungen eingeholte Alcan-Fabrik vor den Abbrüchen im Nordteil und dem Umbau im Südteil (unten). (Bild: Büro Bereuter (Rorschach, 2001))

Die von Siedlungen eingeholte Alcan-Fabrik vor den Abbrüchen im Nordteil und dem Umbau im Südteil (unten). (Bild: Büro Bereuter (Rorschach, 2001))

Hochhäuser ermöglichen Wohnraum mit begehrter Seesicht. Dafür bleibt viel Fläche frei. Dort wächst jetzt Wald, damit auch die unteren Geschosse eine besondere Umgebung haben. Einwohner der Region zweifelten an der Realisierung des Projekts. Doch die Rorschacher stimmten mit gut 60 Prozent für die vom Stadtrat geförderte Umzonung. Und 2010 fanden sich Investoren, beide mit Sitz in St. Gallen: Die Fortimo AG kaufte Flächen für zwei Hochhäuser und die Pensionskasse Asga für das weitere. Schwierigkeiten gab es dann doch. Besonders Eigentumswohnungen in Hochhäusern fanden schleppend Nachfrage. Die Fortimo baute deshalb in ihrem zweiten Haus Mietwohnungen – wie die Asga. Jetzt sind im Haus Ost gut 90 Prozent der Wohnungen vermietet, im Haus Mitte gut 80 Prozent verkauft und im neuesten Haus West 75 Prozent vermietet.

Auch Platz für zwei Gesundheitsdienste

Bereits zu gut 70 Prozent vermietet sind die Wohnungen im vor einem Monat fertiggestellten Haus Primavera als letzten Bau auf dem Areal. «Bis Ende Jahr können wir Vollbelegung erwarten», freut sich Hans Bereuter von der Selectivbau AG. Sie bleibt Eigentümerin dieses Gebäudes, dessen Gewerbeflächen ausgebucht sind mit dem Gesundheitszentrum der Santémed und der Spitex Helios. Ebenfalls voll belegt ist nebenan die umgebaute Alcan-Halle der Selectivbau AG, unter anderem mit Berufsschule und Fitnesscenter.

Auch das neue Quartier ist ein Symbol – nun für Rorschachs Aufschwung.

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