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RORSCHACH: «Stadthof»-Team gibt trotz Entlassungen Gas

Das «Stadthof»-Personal wird ausgetauscht, der Pächter setzt auf ein neues Konzept. Damit die Lernenden nicht auf der Strasse stehen, hat der Küchenchef vermittelt.
Jolanda Riedener
Viele der Mitarbeiter sowie drei von vier Lehrlingen haben eine neue Stelle in Aussicht. (Bild: Jolanda Riedener)

Viele der Mitarbeiter sowie drei von vier Lehrlingen haben eine neue Stelle in Aussicht. (Bild: Jolanda Riedener)

Jolanda Riedener

jolanda.riedener@tagblatt.ch

Das Rorschacher Restaurant «Stadthof» ist für seine bodenständige, traditionelle Küche bekannt. Gault-Millau-Küchenchef Fritz Tatzl prägt sie seit neun Jahren. Jetzt ist damit Schluss. Er und sein Team – darunter vier Lehrlinge – haben die Kündigung erhalten. Pächter Chandran Saravanamuthu – bekannt als «Sandro» – will neu auf italienische Küche setzen. «Wir haben in den ‹Stadthof› investiert. Die Leute kamen nicht. Im Restaurant Capri dagegen mussten wir Gäste aus Platzgründen wegschicken», sagte Saravanamuthu, der seit 18 Jahren die Pizzeria Capri führt, zu unserer Zeitung (Ausgabe vom 13. Februar). Die Lehrlinge habe er nicht weiterhin beschäftigen können, zu unterschiedlich sei das neue Gastrokonzept.

Gemäss Max Gsell, Schulleiter der Ostschweizer Gastronomiefachschule, ist das durchaus möglich. «Die Infrastruktur für die Lernenden kann mit einem neuen Betriebskonzept eventuell nicht mehr erfüllt werden», sagt Gsell. Sprich: Die Voraussetzungen im Lehrbetrieb sind nicht mehr dieselben.

Küchenchef bringt Lehrlinge unter

In der Zwischenzeit ist Tatzl selber aktiv geworden: «Es war klar, dass wir uns um die Lernenden kümmern.» Er habe sein Netzwerk spielen lassen und konnte bereits seine zwei Koch-Lehrlinge ins Rorschacher Restaurant Mariaberg und in die Villa am See in Goldach vermitteln. Die Serviceangestellte hat mit Tatzls Hilfe ebenfalls eine neue Lehrstelle in der Region gefunden. Nur eine Lernende habe bisher noch keine Stelle finden können – «wir sind dran und sehen, dass wir auch für sie etwas finden», sagt Tatzl. Gemäss «Stadthof»-Wirt kümmere sich das Lehrlingsamt um die Vermittlung der Lernenden. Der Lehrvertrag gilt als befristeter Vertrag. Wie Bruno Müller, Leiter Amt für Berufsbildung des Kanton St. Gallen, erklärt, haben in solchen Fällen auch die Lehrbetriebe die Pflicht, die Lernenden bei der Suche nach einer geeigneten Lehrstelle zu unterstützen. Werde das Amt für Berufsbildung kontaktiert, leistet dieses Hilfe, in dem es zum Beispiel auf offene Stellen verweist oder Vermittlungsarbeit leistet. «Wir gewährleisten, dass alle Lernenden auch weiterhin an der Berufsschule bleiben können», sagt Müller. Damit würden die Betroffenen auch während der Zeit, in der sie eine neue Stelle suchen, in der Schule nichts verpassen.

Das letzte Jahr habe mehrheitlich Tatzl das Restaurant geführt. Schon im August stand eine mögliche Schliessung des «Stadthofs» im Raum. Eine Unsicherheit, die den Koch belastet habe. «Jetzt geben wir bis Ende März nochmals Vollgas.» Die Gäste erwarte die gleiche Qualität wie bis anhin. Er selber habe auch einen neuen Arbeitsort in Aussicht, lässt er durchblicken.

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