RORSCHACH: Skepsis ist Stolz gewichen

Im Projet-urbain-Quartier in Rorschach wurde unter Beisein von städtischen und kantonalen Gästen gefeiert. Anlass dazu war die Vernissage des «Löwenbuchs». Dieses blickt auf 32 bunten Seiten zurück auf die Zeit von 2010 bis 2015.

Rudolf Hirtl
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Sozusagen mit Pauken und Trompeten wird das «Löwenbuch» beim Quartiertreff den Gästen präsentiert. (Bilder: Rudolf Hirtl)

Sozusagen mit Pauken und Trompeten wird das «Löwenbuch» beim Quartiertreff den Gästen präsentiert. (Bilder: Rudolf Hirtl)

RORSCHACH. «Englisch, schwedisch, spanisch, deutsch, egal, was sie möchten», sagt die junge Mutter zweier Kinder fröhlich und rauscht mit einem vollbeladenen Tablett davon. Die Begegnung zu Beginn der Veranstaltung zeigt eindrucksvoll, in den Quartieren rund um die Löwenstrasse ist multikulturelles Zusammenleben nicht nur ein Schlagwort; hier findet es Tag für Tag statt. Mittendrin Anna Dietsche, die als Leiterin des Quartierbüros seit 2010 die Aufwertung des Quartiers massgeblich geprägt und koordiniert hat. Auch am Donnerstagabend wirbelt sie durch die Räume an der Löwenstrasse 33, hilft hier und dort, beantwortet Fragen aufgeregter Kinder oder trägt Essen nach draussen. Dort haben unter anderem Stadtrat Ronnie Ambauen, Schulpräsident Guido Etterlin, Markus Fäh, Leiter Bau und Stadtentwicklung, sowie Stadtpräsident Thomas Müller Platz genommen.

Heute ein Vorzeigeprojekt

Letzterer wendet sich nach dem Saxophon-Solo von Anna Dietsche mit einer kurzen Ansprache an die Gäste. «Es hat sich gelohnt, was Bund, Kanton St. Gallen und Rorschach zusammen mit den Menschen vom Löwen-Quartier im Projet urbain auf die Beine gestellt haben. Alleine schon deshalb, da wir heute mitten in der Stadt Begegnungsplätze und Spielflächen haben.» In Rorschach würden auf 1,78 Quadratkilometern über 9200 Menschen leben; 5170 pro Quadratkilometer. Dadurch gehöre die Stadt zu den am dichtesten besiedelten Orten der Schweiz. Umso wichtiger sei es, die Aufenthaltsqualität der Menschen mit Quartierentwicklungsprojekten wie Projet urbain zu verbessern.

Dass der Rorschacher Stadtpräsident heute gar von einem landesweiten Vorzeigeprojekt schwärmt, erstaunt insofern, da er dem Projet urbain zu Beginn eher skeptisch gegenüberstand. «Es hat sich gelohnt, skeptisch zu sein. Dadurch hat sich der Sauglattismus zu einem vernünftigen und pragmatischen Weg entwickelt», sagt Thomas Müller dazu.

Krokodil steigt aus der Kiste

Spannend wird es, als eine grosse Holzkiste aufs Trottoir getragen wird. Von Musik und Konfetti umrahmt entsteigt ihr ein Krokodil mit dem «Löwenbuch» in der Hand. Das von Grafiker Johannes Weiss konzipierte, 32 Seiten dicke Heft findet reissenden Absatz. Die Redaktion, das Löwenteam und die Quartierkoordination, lässt darin in vielen Bildern die vergangenen fünf Jahre passieren. Anna Dietsche freut sich über die Begeisterung der Leserinnen und Leser. «Im <Löwenbuch> wird vieles sichtbar, was wir dank der grossartigen Zusammenarbeit von zahlreichen freiwilligen Engagierten und den verschiedenen Zuständigen der Stadt auf eindrückliche Weise miteinander erschaffen haben.» Besonders eindrücklich sei, wie viel Leute aus dem Quartier sich von Beginn an für das Projekt eingesetzt hätten. Auch aus diesem Grund sehe sie grosses Potenzial für weitere Prozesse und freue sich sehr, nun mit der Quartierkoordination auch weitere Quartiere zu unterstützen.

Interessierte können das «Löwenbuch» im Quartierbüro an der Löwenstrasse 33 gratis beziehen.

Afrim Maliqi (links), OK-Präsident Street Soccer, Anna Dietsche und Walter Meier vom OK-Präsident Quartierfest mit dem «Löwenbuch». (Bild: Rudolf Hirtl
oceandesign@bluewin)

Afrim Maliqi (links), OK-Präsident Street Soccer, Anna Dietsche und Walter Meier vom OK-Präsident Quartierfest mit dem «Löwenbuch». (Bild: Rudolf Hirtl oceandesign@bluewin)