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RORSCHACH: Molkerei Fuchs mit Fassbutter erfolgreich

Die Betriebsergebnisse heimischer Grossunternehmen fallen für 2017 zum Teil unerwartet gut aus. Auch für das laufende Jahr ist Optimismus hörbar, wobei der Währungskurs eine entscheidende Rolle spielt.
Rudolf Hirtl
Die Rorschacher Molkerei Fuchs beliefert Grossverteiler und Detaillisten mit traditionell hergestellter Fassbutter. (Bild: Ralph Ribi (Januar 2017))

Die Rorschacher Molkerei Fuchs beliefert Grossverteiler und Detaillisten mit traditionell hergestellter Fassbutter. (Bild: Ralph Ribi (Januar 2017))

Rudolf Hirtl

rudolf.hirtl@tagblatt.ch

Gemüse- Joghurt wie Heidelbeer-Kürbis oder Erdbeer-Rüebli, die von der Molkerei Fuchs für Migros hergestellt werden, waren vergangenes Jahr besonders gefragt. Auch traditionell im Fass hergestellte Butter (Fuchs war 1883 erste Buttermarke Europas) ist bei der Kundschaft gemäss Dominik Fuchs sehr beliebt. Als erfreulich bezeichnet er das Wachstum im regionalen Sortiment bei Grossverteilern und damit auch bei der 60 Jahre alten Rorschacher Molkerei. Wermutstropfen ist der Rückgang im Detailhandel - 2017 zwischen fünf und zehn Prozent. Zudem sei es schwierig, den Anstieg der Milchpreise an die Kunden weiterzugeben. Der Personalbestand ist konstant. Allerdings sei es nicht gelungen, die Lehrstelle eines Milchtechnologen zu besetzen.

Auch 2017 sei es schwierig gewesen, die Entwicklung von Märkten und Preisen einzuschätzen. Stabil sei hingegen die gute Zusammenarbeit mit Bauern, Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden. Für das angelaufene Jahr ist Dominik Fuchs verhalten optimistisch. «Die Abhängigkeit von wenigen grossen Abnehmern steigt. Ausserdem wird der Grenzschutz für Milch in Zukunft wohl aufgehoben, weshalb wir uns auf dieses Szenario vorbereiten müssen.» Grundsätzlich sei es schwierig, Preisveränderungen am Markt umzusetzen, da Konsumenten vermehrt ins Ausland ausweichen könnten. Er wünscht sich denn auch von politischer Seite mehr Konstanz bei Entscheidungen, die für alle dieselben Konsequenzen haben sollten. Die heimische Molkerei wird laut Fuchs weiterhin die Regionalität forcieren und in diesem Zusammenhang auch Neues auf den Markt bringen. «Im Fokus stehen dabei gesunde und wenig verarbeitete Produkte als Alternative zu UHT- und Konservenprodukten.»

Vom eigenen Erfolg überrascht worden

Das Jahr 2017 war für die in Goldach ansässige Computechnic AG das umsatzstärkste seit 2008. Als Steuerungsbauer für die Industrie liegt der Schlüssel laut Geschäftsführer Urs Dätwyler dafür in der engen Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen Entwicklung und Produktion. «Voraussetzung für die Serienproduktion einer Maschinen- oder Gerätesteuerung ist immer, dass unser Kunde auch mit der Entwicklung dieser Steuerung zufrieden war.» Bezogen auf die nackten Zahlen sei es 2017 die Produktionsabteilung gewesen, die den grösseren Anteil zum positiven Ergebnis beigesteuert habe. Aber ohne eine vorgängige gute Entwicklungsleistung wäre das nicht möglich gewesen.

Computechnic konnte 2017 neue Stellen schaffen. «Zeitweise lag der Personalbestand um über 15 Prozent höher als zu Jahresbeginn. Das hing mit Spitzenbelastungen zusammen, die wir vor allem im zweiten Quartal zu bewältigen hatten. In der zweiten Jahreshälfte normalisierte sich die Auslastung etwas, es blieb aber eine Personal-Zunahme im Bereich von fünf Prozent», sagt Dätwyler. Seine Bilanz für 2017 fällt grundsätzlich sehr positiv aus. Mit einem Umsatzwachstum von über 6 Prozent habe die Geschäftsführung nicht gerechnet. Allerdings seien die Kosten gestiegen; so wurden Halbleiter massiv teurer, und das habe in vielen Fällen nicht oder nur teilweise abgewälzt werden können. Dazu kämen Währungseffekte – ein schwächerer Schweizer Franken sei für die Exportindustrie natürlich positiv, aber das wirke sich erst mittelfristig über die Verkaufszahlen der Kunden aus. Kurzfristig verteuere sich der Einkauf aus dem Euro- und Dollar-Markt.

Die Zuversicht der Expertengruppe des Bundes für 2018 teilt er. «Wichtigster Faktor für unseren Bereich ist dabei die Entwicklung der Wechselkurse. Die Aufhebung des Euro/Franken-Mindestkurses im Januar 2015 hatte gravierende Konsequenzen für die meisten unserer Kunden, deren Exportanteil zwischen 90 und 100 Prozent liegt. Das spürten wir als Zulieferer damals enorm. Nun geht die Entwicklung in die andere Richtung. Mit den aktuellen Wechselkursen lässt sich deutlich besser leben. Wir hoffen daher, dass unsere Kunden die Umsätze dieses Jahr werden steigern können.»

Die Suche nach Fachleuten – seien dies Elektroniker, Automatiker oder Entwicklungsingenieure – ist laut Urs Dätwyler nach wie vor nicht einfach. «Wir konnten unsere offenen Stellen zwar bisher immer besetzen, aber die Dauer einer Vakanz ist in den vergangenen Jahren gestiegen.» Das zeige einerseits die Bedeutung der Berufslehre, der zu Unrecht oft eine weiterführende Schule vorgezogen werde. Es zeige aber auch die Wichtigkeit der Fachhochschulen in der Ostschweiz, die den Nachwuchs für den Engineering-Bereich ausbilden würden. «Wir hoffen, dass dieses Jahr gute Lösungen für die geplante neue FH-Struktur mit allen Beteiligten gefunden werden. Wir brauchen eine starke Fachhochschule in der Ostschweiz.»

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