Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

RORSCHACH: Kornhaus muss auf Umweg

Zurück auf Feld 1: Die Stadt Rorschach schreibt die Projektierung des Kornhaus-Umbaus nochmals aus. Den ersten Anlauf brach sie ab, weil auf dem Gerichtsweg längere Verzögerung drohte.
Fritz Bichsel
Bis das Kornhaus umgebaut und dabei das Gewölbe freigelegt werden kann, dauert es ein Jahr länger als geplant. (Bild: Visualisierung: bb Architektur)

Bis das Kornhaus umgebaut und dabei das Gewölbe freigelegt werden kann, dauert es ein Jahr länger als geplant. (Bild: Visualisierung: bb Architektur)

«Bei einem historischen Gebäude kann man Überraschungen nicht ausschliessen.» So begründete der Rorschacher Stadtpräsident, Thomas Müller, die Aufteilung der Vorhaben am Hafen – entgegen Anträgen der SP – in zwei Etappen: Bürgerentscheid über die Platzgestaltung samt neuem Gebäude 2018 und über den Kornhaus-Umbau wegen aufwendigerer Planung frühestens 2019. Müller rechnete mögliche Verzögerungen beim Projekt für das historische Wahrzeichen ein. Eine Überraschung kam aber bereits früher: mit Beschwerden gegen die ersten Entscheide des Stadtrates zur Vergabe des Projektierungsauftrags. Das Verfahren vor Gericht hätte mindestens ein Jahr gedauert. Dem Kornhaus-Umbau drohte Ähnliches wie den Projekten für den Stadtbahnhof samt Strassenunterführung und die Umgestaltung der Hauptstrasse. Diese sind seit Jahren rechtlich blockiert. Um das beim Kornhaus zu vermeiden, nutzt der Stadtrat die Möglichkeit, die Auftragsvergabe abzubrechen und die Planung nochmals auszuschreiben. Damit sind die Beschwerden beseitigt.

Das Kornhaus soll innen umgebaut werden. Im Unterschied zu früheren Plänen will der Stadtrat diesmal einen Teilumbau für vorher festgelegte Nutzung und zu einem tragbaren Preis. Die Grundlage bilden Ideen von Beteiligten, die sich in einer Studie als machbar erwiesen. Im «selektiven Verfahren» – damit ein Team mit ausgewiesener Kompetenz ausgewählt werden kann – lud der Stadtrat Planer ein, Honorarofferten einzureichen zur Umsetzung der Studie in ein Bauprojekt. Dagegen protestierten die Architekten- und Ingenieurverbände BSA und SIA. Eine «rudimentäre Machbarkeitsstudie» werde der Bedeutung des Kornhauses nicht gerecht.

Anliegen erfüllt und deshalb gescheitert

Zudem kritisierten sie das Beurteilungsgremium (Jury), dem keine unabhängige Fachperson angehöre, und die Gewichtung von Kriterien wie Optimierung der Baukosten oder Höhe des Honorars. Sie riefen zum Boykott auf. Trotzdem gingen neun Offerten ein. In der «Präqualifikation» wählte der Stadtrat für die nächste Phase sechs Teams aus. Gleichzeitig reagierte er auf Kritik: Er berief einen unabhängigen Baufachmann in die Jury und gewichtete einige Kriterien anders. Wie die Stadt ihr Wahrzeichen umbaut, können ihr Architekten nicht vorschreiben. Jetzt konnten sie aber eingreifen: Zwei Architekten – die keine Offerte eingereicht hatten – und ein Architektenverband legten beim Verwaltungsgericht Beschwerde ein gegen die Änderungen der Ausschreibung. Darauf brach der Stadtrat das Verfahren ab. «Um keine Zeit mit langen Rechtsmittelverfahren zu verlieren.» In Absprache mit der Jury und den Beschwerdeführern passte er kritisierte Punkte an. Die Baukosten werden jetzt weniger gewichtet, was Architekten mehr Möglichkeiten gibt. Zudem werden für ein neues Treppenhaus als zentrales Element des Umbaus bereits mit den Honorarofferten Vorschläge eingeholt. So schreibt die Stadt nun die Planung nochmals aus. Aufgrund der Absprachen erwartet Stadtpräsident Müller, dass diesmal keine Beschwerden eingehen. Entsprechend plant der Stadtrat: «Der Abschluss der Präqualifikation ist für Ende Mai vorgesehen. Somit kann der Architekturauftrag voraussichtlich im September 2018 vergeben werden.»

An dem von Architektenverbänden kritisierten Umbauplan ändert diese Zusatzschlaufe nichts: «Nicht verhandelbar ist, dass für die Architektur das Ergebnis der kooperativen Nutzungsplanung, an der mögliche Nutzer, die politischen Parteien, Fachleute und schliesslich in der öffentlichen Vernehmlassung auch die Bevölkerung mitgewirkt haben, die Grundlage bleibt», schreibt der Stadtrat.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.