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RORSCHACH: Kindergärtler kriegen Tablets

Nebst Rorschach rüsten auch andere Gemeinden digital auf. So baut Thal das WLAN-Netz in Klassenzimmern aus. Goldach wägt Investitionen noch ab. Die Geräte sind kostspielig und kommen schnell in die Jahre.
Jolanda Riedener
Kinder benutzen Tablets oder Smartphones selbstverständlich: Die Schule will ihnen den Umgang mit digitalen Geräten vermitteln. (Bild: ky/G. Bally)

Kinder benutzen Tablets oder Smartphones selbstverständlich: Die Schule will ihnen den Umgang mit digitalen Geräten vermitteln. (Bild: ky/G. Bally)

Jolanda Riedener

jolanda.riedener@tagblatt.ch

Kaum gehen und sprechen gelernt, schon wischt der Finger übers Smartphone von Mami. Kinder wachsen heute mit iPads auf. Spiele für Tablets und Smartphones richten sich bereits an Kinder ab dem ersten Lebensjahr: Sie machen zum Beispiel ein Suchspiel mit Wally der frechen Spinne oder benutzen die Raketen-Bau-App. Künftig sollen Kinder nicht nur in der Freizeit spielerisch mit digitalen Geräten in Kontakt kommen.

Seit Sommer 2017 enthält der Lehrplan mit «Medien und Informatik» einen neuen Fachbereich. Er wird ab der fünften Primarklasse geführt, ein Kompetenzenaufbau beginnt bereits im ersten Zyklus – das heisst ab Kindergartenstufe. Die Schule Rorschach will deshalb einen siebenstelligen Betrag in die digitale Aufrüstung investieren («Tagblatt»-Ausgabe vom 29. Dezember). Auch andere Schulen in der Region beschäftigen sich derzeit mit dem Medienkonzept. Schon den Kleinsten den Umgang mit Medien zu vermitteln, sei im neuen Lehrplan verankert, sagt Miriam Salvisberg, Schulpräsidentin von Thal.

«Die Kinder nutzen privat Smartphones. Schon aus Präventionsgründen ist es wichtig, den Umgang zu thematisieren», sagt Salvisberg. Wichtig sei aber, die Geräte sinnvoll und altersgerecht einzusetzen. «Kindergärtler zum Beispiel sollen die Möglichkeit haben, mit allen fünf Sinnen zu lernen». Auch Zeit in der Natur zu verbringen, dürfe deshalb nicht zu kurz kommen.

Medienbildung ist schon länger ein Thema

An Thaler Schulen gibt es zwei iPad-, sowie einen Laptop-Koffer, bestückt mit je 12 Geräten, die in jenen Stufen und Klassen zum Einsatz kommen, in denen sie gerade benötigt werden. Medienbildung und Informatik sei nicht erst seit der Einführung des neuen Lehrplans im Sommer ein Thema, sagt Salvisberg. «Wir sind aktuell dabei, alle Schulhäuser mit WLAN auszustatten», sagt sie. Das sei teilweise bereits im vergangenen Jahr passiert. Ausserdem sind die Klassenzimmer mit interaktiven Wandtafeln, den Smartboards, ausgestattet.

«Die Lebensdauer der elektrischen Geräte ist beschränkt», sagt Salvisberg. Die ohnehin teuren Kommunikationsmittel müssten nach ein paar Jahren ersetzt werden, was man im Budget langfristig einplanen müsse. Auch Lehrerinnen und Lehrer müssen für die digitale Vermittlung geschult werden. «Wir haben Lehrpersonen, die sich bereits im Bereich Medien und Informatik weitergebildet haben. Weitere werden diese Ausbildung 2018 absolvieren, da sie künftig sowohl für den technischen als auch für den pädagogischen Support zuständig sind», sagt Salvisberg. Sie würden die Lehrpersonen dann intern weiterbilden.

Eigene Smartphones in den Unterricht integrieren?

In Goldachs Schulen verfüge man bereits über eine hohe Dichte an Informatikmitteln. Nicht zuletzt deshalb, weil sie von 2008 bis 2014 in allen Klassenzimmern interaktive Wandtafeln angeschafft habe, sagt Schulpräsident Andreas Gehrig. Ein Medienbildungskonzept wird auch in Goldach derzeit erarbeitet. Dabei stehen gemäss Gehrig noch Fragen im Raum, die zu klären sind. Etwa das Ermöglichen oder Verhindern der Einbindung von sozialen Plattformen oder das Zulassen/Ausschliessen von privaten Geräten wie Smartphones oder Tablets im Unterricht.

Grundsätzlich zu klären gelte es auch die künftige Geräteabdeckung, also wie viele Schüler sich ein Gerät teilen. Das ziehe unter Umständen grössere Investitionen nach sich. «Es ist wichtig, dass Schülerinnen und Schüler den Umgang mit Smartphone und Tablet in der Schule lernen. Neben Chancen und Potenzial wollen wir dabei auch die Gefahren aufzeigen», so Gehrig.

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