Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

RORSCHACH: Hilfe in Erdbebengebiet: "Wir sind sprachlos und erschüttert"

Der Vespaclub Rorschach hat sein Versprechen eingelöst: 17 Mitglieder des Clubs sind in die Erdbebenstadt Amatrice gereist, um Hilfe zu leisten. Sie überreichten einen Check von 5410 Euro. Was sie vor Ort vorfanden, stimmte die Frohnaturen nachdenklich.
Res Lerch
Noch immer sind die Spuren des Erdbebens vom August 2016 sichtbar. Damals kamen im 138 Kilometer östlich von Rom gelegenen Amatrice und den Nachbargemeinden rund 300 Menschen ums Leben.Bilder: PD

Noch immer sind die Spuren des Erdbebens vom August 2016 sichtbar. Damals kamen im 138 Kilometer östlich von Rom gelegenen Amatrice und den Nachbargemeinden rund 300 Menschen ums Leben.Bilder: PD

Res Lerch

redaktionot@tagblatt.ch

Im September des vergangenen Jahres führte der Vespaclub Rorschach sein allererstes Treffen auf dem Kabisplatz in Rorschach durch. Gesammelt hat der Verein an diesem Fest für die Erdbebenhilfe in Amatrice. Der Ort in Mittelitalien mit rund 2500 Einwohnern ist bei einem Erdbeben im August 2016 und weiteren Nachbeben stark beschädigt worden. Da die Gebäude in Amatrice oft eine alte Bausubstanz aufweisen, waren sie besonders von den Beben betroffen.

Am Freitag vor einer Woche haben sich 17 Mitglieder des hiesigen Vespaclubs aufgemacht, zusammen mit anderen Vespaclubs das gesammelte Geld direkt vor Ort zu übergeben. «Die Reise verlief ohne Probleme und glücklicherweise auch unfallfrei», sagt der Vereinspräsident Ralph-Antonio Fontanive. «Wir wurden bereits um 14 Uhr von Luciano Grassi, dem Organisator des ganzen Events, in Pontedera festlich empfangen und durften natürlich im Piaggo-Werk die heiligen Hallen des Vespa Museums betreten.»

Noch am gleichen Tag fuhr die Truppe nach Assisi, wo sie auch übernachtete und die eigenen Vespas aus den Lieferwagen holte. Der Samstag stand dann im Zeichen der Franziskanerstadt und immer mehr Vespas trafen ein. «Das gemütliche Beisammensein mit so vielen Vespafahrern und die vielen Gespräche mit anderen Vereinen, waren für mich eine tolle Erfahrung», so Fontanive. «Das Gruppenbild aller Teilnehmenden vor der Basilika wird einen ganz besonderen Platz in unserem Clublokal an der Mariabergstrasse erhalten».

Karawane der Hoffnung besteht aus 450 surrenden Vespas

Am Sonntagmorgen starteten in Assisi 140 Vespas in Richtung Amatrice. Bei der Ankunft waren es dann 310. Die «Karawane der Hoffnung» wurde auf der Hinfahrt immer grösser. «Unmittelbar vor Amatrice mussten wir die Brücke der Wiedergeburt passieren, die beim Erdbeben ebenfalls zerstört und dann als einzige Verbindung zum Ort rasch provisorisch repariert wurde», blickt der Präsident zurück. «Da waren wir alle eigentlich nur noch sprachlos und erschüttert. Vespa Fahrer sind grundsätzlich Frohnaturen und reden viel, aber ausser den Motoren hörte man nichts mehr. Kein Gehupe, nichts», sagt Ralph-Antonio Fontanive. Sie alle dachten, was sie zu sehen bekamen, könne nicht möglich sein. «Auch im Wissen, dass das Erdbeben rund eineinhalb Jahre zurückliegt», sagt Fontanive.

Letztlich waren es rund 450 Personen, die mit dem Tross Amatrice besuchten. «Die Checkübergabe fand mit der Vizebürgermeisterin Alessia Santarelli und in Anwesenheit aller Vespafahrer statt. Der Bürgermeister Sergio Pirozzi, der an diesem Tag noch weitere Termine hatte, empfing aber Luciano Grassi und Vincenzo Catuli persönlich im Rathaus.

Kontakte zu anderen Clubs knüpfen

Alle Beteiligten konnten total 5410 Euro übergeben, die für die Bibliothek im Kulturzentrum der Kirche San Giuseppe gebraucht werden», sagt immer noch ein sichtlich bewegter Präsident. «Wir sind sehr stolz, Teil dieser Aktion gewesen zu sein und unser noch junger Verein hat ein wichtiges Versprechen eingelöst».

Und auch wenn die Erinnerungen an Amatrice selbst in Rorschach noch nachhallen, so hat der Vespaclub auch sein Beziehungsnetz weiter ausbauen können. «Mit dem Vespaclub Montemurlo haben wir eine Partnerschaft gestartet, die dann im September 2018 an unserem zweiten Vespatreffen in Rorschach besiegelt werden soll», freut sich Fontanive. Und selbst mit einem Vespaclub von Carabinieri wurden Bande gestrickt.

Jetzt wird es für den Vespaclub Rorschach etwas beschaulicher: Über die Sommermonate sind viele Besuche im In- und Ausland an Vespa-Treffen geplant und dann beginnen auch die Vorbereitungen für den Event in Rorschach. Am 16. September verzaubert der Verein den Kabisplatz wieder in einen kleinen Flecken Italien.

Hinweis

Weitere Bilder: www.rorschacherecho.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.