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RORSCHACH: Gläubige schwimmen im gesegneten See

Zum Gedenken an die Taufe Christus wagten sich gestern junge Männer ins kalte, geweihte Wasser. Der Anlass fand erstmals in Rorschach statt und soll zur Tradition werden.
Ramona Riedener
Die jungen Männer schwimmen im geweihten Wasser um das Kreuz. (Bild: Ramona Riedener)

Die jungen Männer schwimmen im geweihten Wasser um das Kreuz. (Bild: Ramona Riedener)

Es ist der 19. Januar, nach julianischem Kalender der Tag der Taufe Christus. Im Nahen Osten, wo vor über zweitausend Jahren Johannes der Täufer an diesem Tag Christus im Jordan getauft hat, dürfte es etwas wärmer gewesen sein. Trotzdem feiern die orthodoxen Christen diesen Tag mit dem Fest der Theophanie. So auch zum ersten Mal die serbisch-orthodoxe Kirchgemeinde St. Gallen. Am Bodenseeufer, nah bei der Badhütte, haben sich rund 200 Personen versammelt. Sie warten im bissigen Wind, bis Pfarrer Brane Saric mit der feierlichen Zeremonie beginnt.

Wer das Kreuz erwischt, gewinnt

Die Feier beginnt mit Gebeten und der Wassersegnung. Mit der Weihe segnet der Priester aber nicht nur das Wasser, sondern die ganze Schöpfung und Natur. Danach wirft der Priester das blumenverzierte Kreuz ins Wasser. 19 junge Männer begeben sich ins eiskalte Wasser und versuchen nun, das Kreuz schwimmend zu erwischen.

Stefan Kovacevic ist glücklich. Er strahlt über das ganze Gesicht. In der Hand hält er das blumenverzierte Kreuz umklammert, das er aus dem eisig kalten See geholt hatte. «Es ist etwas kälter, als ich mir vorgestellt habe. Ich spüre meine Zehen kaum noch», sagt der 22-jährige Mann, barfuss und locker in einen Bademantel gehüllt. Von den jungen Männern, die zum Zeichen ihres Glaubens und ihres Mutes im gesegneten Wasser um das Kreuz geschwommen sind, geht er als Sieger hervor. «Es ist aber kein Wettbewerb. Nicht der Sieg, sondern der Glaube steht im Vordergrund. Es ist zu Ehren Gottes, am Schwimmen teilzunehmen», relativiert er seinen Sieg.

Ramona Riedener

ramona.riedener@tagblatt.ch

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