RORSCHACH: Farbtupfer für Trischliplatz?

Das Haus von Mode Weber steht, der Kiosk ist vom Provisorium ins neue Gebäude umgezogen. Nur der Trischliplatz präsentiert sich noch immer öde. Das soll sich bald ändern. Der Stadtrat präsentiert zwei Varianten.

Christoph Renn
Merken
Drucken
Teilen
Im Sommer soll der Trischliplatz dank baulicher Massnahmen zum Verweilen einladen. (Bild: Christoph Renn)

Im Sommer soll der Trischliplatz dank baulicher Massnahmen zum Verweilen einladen. (Bild: Christoph Renn)

RORSCHACH. Der Rorschacher Stadtrat hat zwei Planer beauftragt, Konzeptstudien zur Umgestaltung des Trischliplatzes zwischen Migros und Mode Weber zu erarbeiten. Nun liegen zwei Varianten vor. Die erste Variante von Martin Klauser gliedert den Platz in drei Bereiche. Es sind eine Plattform mit Sitzgelegenheiten, Bäume und ein Schattendach geplant. So soll der Ort zum «Kurzzeitspiel- und Begegnungsplatz» werden, wie der Rat im Geschäftsbericht schreibt. Die Kosten schätzt er auf 290 000 Franken. Die zweite Variante des Ateliers Bottlang würde die Stadt rund 435 000 Franken kosten. Dafür erscheint diese Variante pompöser. Sie sieht eine ovalförmige Figur mit einem Wasserbrunnen in der Mitte vor. Zudem sollen Bäume und Bepflanzungen den neuen Begegnungsort in Rorschach abrunden.

Der Stadtrat hat sich für die erste Variante ausgesprochen. Die frühere «Gruppe Spielplätze», aus deren Reihe an der Bürgerversammlung 2012 der Antrag für einen Ersatz des abgeräumten Spielplatzes gestellt wurde, hat die zweite Variante als besser beurteilt. Aber: «Hauptsache, es tut sich in dieser Angelegenheit etwas», sagt Antragsstellerin Silvia Maag. «Ich kann auch mit der ersten Variante leben.»

«Zweite Variante ist innovativer»

Die Stadtbildkommission begründet den Vorzug der ersten Variante damit, dass sie sich an die historischen Rorschacher Gassenstrukturen anlehnt. Das Oval der zweiten Variante beurteilt sie als kritisch, weil der Trischliplatz dann als übermöbliert wirken kann und der öffentlichen Nutzung wenig Platz einräumt. Diese Ansicht teilt auch Stadtpräsident Thomas Müller: «Als perfektes Beispiel gilt der Rorschacher Marktplatz, auf dem zu viele Sachen stehen.» Die frühere «Gruppe Spielplätze» um Silvia Maag hat sich für die zweite Variante mit dem Oval entschieden, weil sie innovativer sei.

Obwohl sich der Stadtrat für die erste Variante ausgesprochen hat, ist das Projekt noch nicht in Stein gemeisselt. «Wir werden nun nochmals mit den Betroffenen zusammensitzen und die Details ausarbeiten», sagt Thomas Müller. So hinterfragt der Stadtrat beispielsweise die Notwendigkeit des Schattendachs. Wann mit den Bauarbeiten begonnen wird, kann Müller noch nicht genau sagen. «Ich hoffe, dass wir bis im Sommer bereit sind.» Diese Hoffnung teilt Silvia Maag. Das Thema ziehe sich nun schon lange genug hin.

Ein entscheidendes Gespräch steht für den Rorschacher Stadtrat aber noch aus. Denn für beide Varianten muss der Stadtrat mit dem Grundeigentümer Martin Zutt des Spielwarenladens Zubi über Land am nordwestlichen Platzrand verhandeln.

Noch kein Gespräch gesucht

«Bisher ist der Rorschacher Stadtrat noch nicht mit seinem Anliegen auf mich zugekommen», sagt Zubi-Geschäftsführer Martin Zutt auf Anfrage. Deshalb wisse er auch noch nicht genau, um welches Land es sich handelt. Er stehe dem Vorhaben, den Trischliplatz zu einem attraktiven Begegnungsort zu machen, grundsätzlich positiv gegenüber. «Ich hoffe, dass so etwas Farbe in die eher graue Umgebung kommt.»

Die erste Variante von Martin Klauser mit Schattendach.

Die erste Variante von Martin Klauser mit Schattendach.

Die zweite ovale Variante vom Atelier Bottlang. (Bild: Visualisierungen: pd)

Die zweite ovale Variante vom Atelier Bottlang. (Bild: Visualisierungen: pd)