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RORSCHACH: Das Gewerbe im Kampf gegen Internetlegionäre

Einen traditionsreichen, stetig modernisierten Betrieb und einen optimistischen Präsidenten: Das erleben Mitglieder am Neujahrsapéro des Vereins Gewerbe Rorschach bei der Mayer Haustechnik AG.
Gewerbepräsident Stefan Meier spricht im vollbesetzten Laden von Mayer Haustechnik. (Bild: Fritz Bichsel)

Gewerbepräsident Stefan Meier spricht im vollbesetzten Laden von Mayer Haustechnik. (Bild: Fritz Bichsel)

Der Grossvater als Gründer kam aus dem Flugzeugbau und führte nebst dem Sanitärbetrieb auch eine Schlosserei. Nach seinem frühen Tod übernahm die Grossmutter die Leitung. Öfen für Wärme aus Sägemehl waren eine starke Spezialität. Zudem führte der Familienbetrieb einen Waschsalon und lieh Waschmaschinen aus. Nach Wechseln innerhalb von Rorschach hat das Unternehmen seinen Standort seit 74 Jahren in der eigenen Liegenschaft an der St. Gallerstrasse 15. Diese hat es seither neu und mehrmals ausgebaut. Heute realisiert es mit 14 Mitarbeitenden als Mayer Haustechnik AG ganze Neu- und Umbauprojekte, bis hin zur Bauleitung. Zudem gehört ein moderner Laden als Fachgeschäft für Haustechnik und Haushaltgeräte dazu.

Das berichtet Martin Mayer, der den Betrieb zusammen mit seinem Bruder Beat in der dritten Generation leitet, den zum Neujahrsapéro versammelten Mitgliedern von Gewerbe Rorschach. Er zeigt ihnen damit auf, dass das Familienunternehmen allen Wandel überstand, weil es sich stets neuen Entwicklungen anpasste und auf neue Kundenbedürfnisse ausrichtete – erfolgreich seit 85 Jahren. Gut so viele Gewerblerinnen und Gewerbler sind interessierte Zuhörer im Ladengeschäft. Auch dieses stehe vor erneutem Wandel, sagt Martin Mayer: «Fachgeschäfte müssen für Erfolg in Zukunft preislich in die Nähe von Angeboten im Internet kommen.»

Stärken des Gewerbes anpreisen statt jammern

Auch Gewerbepräsident Stefan Meier geht in seiner Ansprache zum neuen Jahr auf dieses Thema ein. Ganz wie das Gallierdorf in «Asterix und Obelix» könne Rorschach nicht «gegen Internetlegionäre bestehen». Aber Gewerbler könnten sich verstärkt auf ihre Flexibilität und ihre Nähe zu den Kunden als Stärken besinnen, Nischen auftun und besetzen. Dabei machten sie seines Erachtens noch zu wenig, um diese Stärken den Kunden auch anzupreisen. Stefan Meier ermuntert die Rorschacher Unternehmer, «das vermehrt zu tun und dafür auf das Jammern über die Grossen zu verzichten». Der Vorstand des Gewerbevereins werde dazu beitragen und «vielleicht schon bald unkonventionelle Wege präsentieren».

Das traditionelle Treffen zu Beginn des Jahres bei einer Bratwurst ermöglicht besonders Gespräche unter Gewerblern. Aus diesen ist herauszuhören, dass sie einigermassen optimistisch ins 2018 gehen. Allerdings mit Nuancen. Gerätebauer haben volle Auftragsbücher. Vertreter des Baugewerbes rechnen damit, dass der prognostizierte Rückgang bei uns geringer ausfällt angesichts vieler Projekte in Stadt und Region. Ladeninhaber sehen noch grosse Herausforderungen, um gegen Onlinehandel und Einkaufstourismus ins Ausland bestehen zu können.

Fritz Bichsel

redaktionot

@tagblatt.ch

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